Mutares geht mit Rückenwind im operativen Geschäft in einen engen Finanzkalender. Der Knackpunkt liegt nicht im Umsatz, sondern in der Bilanz: Eine Covenant-Kennzahl aus den Anleihen wurde Ende 2025 verletzt. Die Gläubiger gewährten zwar Aufschub bis Ende Juni 2026, damit läuft nun aber eine klare Frist.
Bilanzentlastung wird zum Prüfstein
Die Münchener Beteiligungsgesellschaft will ihre ausstehenden Anleihen von 385 Millionen Euro auf 250 bis 300 Millionen Euro senken. Aus der Anleihe 2023/2027 sollen im laufenden Quartal mindestens 25 Millionen Euro zurückgekauft werden, anschließend jeweils mindestens derselbe Betrag.
Das ist mehr als reine Kosmetik. Mutares finanziert sein Wachstum stark über Fremdkapital, während das Geschäftsmodell auf Zukäufen, Restrukturierungen und späteren Exits beruht. Genau deshalb schaut der Markt nun auf Liquidität, Verkäufe und die Frage, ob der Schuldenabbau schnell genug greift.
Operativ liefert das Unternehmen Argumente. Im ersten Quartal 2026 stieg der Konzernumsatz auf 1.678,7 Millionen Euro, nach 1.526,2 Millionen Euro im Vorjahr. Der Zuwachs hängt vor allem mit der hohen Akquisitionsaktivität zusammen.
Auch die Ergebnisqualität verbesserte sich. Das Adjusted EBITDA lag zum Jahresstart bei 11,1 Millionen Euro, nach einem Verlust von 30,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Besonders stark entwickelte sich Infrastructure & Defense mit Erlösen von 455 Millionen Euro nach 392 Millionen Euro.
Dividende geplant, Ziele bleiben hoch
Trotz der Covenant-Thematik halten Vorstand und Aufsichtsrat am Ausschüttungsvorschlag fest. Für das Geschäftsjahr 2025 soll die Hauptversammlung am 3. Juli 2026 über eine Dividende von 2,00 Euro je Aktie abstimmen. Mutares versteht diesen Betrag als Mindestdividende.
Die Jahresprognose bleibt ebenfalls unverändert. Für 2026 erwartet der Vorstand einen Konzernumsatz von 7,9 bis 9,1 Milliarden Euro und einen Holding-Jahresüberschuss zwischen 165 und 200 Millionen Euro. Treiber sollen bereits unterzeichnete Akquisitionen und eine gefüllte Exit-Pipeline sein.
Mittelfristig bleibt die Messlatte hoch. Bis 2030 peilt Mutares jährliches Wachstum von mindestens 25 Prozent beim Konzernumsatz und beim Jahresüberschuss der Holding an. Die früher für 2028 genannten Marken von 10 Milliarden Euro Umsatz und 200 Millionen Euro Holding-Gewinn sollen nach Unternehmensangaben deutlich früher erreicht werden.
Die Aktie spiegelt diese Ambition nur begrenzt wider. Am Freitag schloss sie bei 26,45 Euro; auf Sicht von zwölf Monaten liegt sie 20,45 Prozent im Minus und damit weiter unter dem langfristigen Durchschnitt.
Bis Ende Juni zählt nun vor allem die Umsetzung: Covenant-Kennzahl stabilisieren, Anleiherückkäufe aus Liquidität finanzieren und Exits voranbringen. Gelingt das, rückt die Wachstumsstory wieder stärker in den Vordergrund; bleibt der Fortschritt aus, dürfte die Bilanzfrage die Hauptversammlung Anfang Juli überlagern.
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