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Symbolbild, KI-generiert

Mutares: 2-Milliarden-Übernahme bei SABIC

Mutares kämpft mit Bilanzproblemen nach Rekordübernahme. Schuldenabbau und möglicher Magirus-Verkauf sollen die Finanzen stabilisieren.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktie nahe 52-Wochen-Tief
  • Anleihe-Covenants verletzt
  • Schuldenabbau bis 300 Mio. Euro geplant
  • Magirus-Exit oder Börsengang erwogen

Auf der einen Seite steht die größte Übernahme der Firmengeschichte, auf der anderen ein verletzter Anleihevertrag. Bei der Beteiligungsgesellschaft Mutares klaffen Wachstumsambitionen und Bilanzrealität aktuell auseinander. An der Börse spiegelt sich diese Anspannung wider: Die Aktie notiert mit 24,85 Euro nur knapp über ihrem 52-Wochen-Tief und hat seit Jahresbeginn rund 17 Prozent an Wert verloren.

Reparatur der Bilanz

Der frisch vorgelegte Jahresbericht für 2025 offenbart die Baustellen. Mutares hatte bei seinen Anleihen die vereinbarte Grenze für das Verhältnis von Nettoverschuldung zu Eigenkapital gerissen. Auslöser waren unter anderem Bewertungseffekte und deutlich gestiegene Leasingverbindlichkeiten. Die Gläubiger stimmten einem Waiver zu und verschafften dem Management damit eine Atempause.

Das Management reagiert nun mit einem konkreten Tilgungsplan. Von den ausstehenden 385 Millionen Euro Anleihevolumen sollen bis Ende 2026 maximal 300 Millionen Euro übrig bleiben. Bereits im laufenden Quartal fließt ein zweistelliger Millionenbetrag in erste Rückkäufe. Bis zum Ende des zweiten Quartals will das Unternehmen die Covenant-Grenzen wieder regulär einhalten.

Magirus vor dem Sprung

Frisches Kapital für diesen Schuldenabbau könnten geplante Verkäufe in die Kassen spülen. Mutares prüft aktuell strategische Optionen für die erst im Frühjahr 2024 erworbene Tochter Magirus, darunter einen Börsengang oder einen Verkauf. Der Zeitpunkt scheint bewusst gewählt.

Die Portfoliogesellschaft sitzt auf einem Auftragsbestand von deutlich über 800 Millionen Euro, der die Auslastung bis weit in das Jahr 2027 sichert. Parallel dazu treibt Mutares den Ausbau des margenstarken Rüstungsgeschäfts voran. Marktbeobachter werten dies als klares Signal, das aktuelle Hochpreisklima im Defense-Sektor für einen lukrativen Exit nutzen zu wollen.

Rekordzukauf und neue Ziele

Während auf der einen Seite konsolidiert wird, baut Mutares das Portfolio an anderer Stelle massiv aus. Die kürzlich unterzeichnete Übernahme des SABIC-Geschäftsbereichs Engineering Thermoplastics markiert die größte Akquisition der Unternehmensgeschichte. Mit einem Umsatz von rund zwei Milliarden Euro bildet der Zukauf das Fundament für ein neues Segment im Bereich Spezialchemikalien.

Der Expansionskurs schlägt sich in den Prognosen nieder. Die ursprünglich für 2028 angepeilte Umsatzmarke von zehn Milliarden Euro soll nach Unternehmensangaben signifikant früher fallen. Bis zum Ende des Jahrzehnts plant die Holding nun ein jährliches Wachstum von mindestens 25 Prozent.

Der nächste Prüfstein für das Zusammenspiel aus Wachstum und Konsolidierung folgt in Kürze. Am 12. Mai präsentiert Mutares die Quartalszahlen und muss erste messbare Belege für den funktionierenden Schuldenabbau liefern. Im Sommer steht dann die Hauptversammlung an: Für Anfang Juli schlägt der Vorstand eine Basisdividende von 2,00 Euro je Aktie vor.

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Diskussion zu Mutares

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