Die Münchener Rück startet holprig ins neue Börsenjahr. Während die Erstversicherungstochter ERGO am Freitag die Übernahme des baltischen Versicherers ADB Gjensidige abschloss, verlor die Aktie rund 2,7 Prozent. Der Grund: Anleger blicken nervös auf die Januar-Vertragsrunde – dort entscheidet sich, ob die goldenen Jahre im Rückversicherungsgeschäft vorbei sind.
ERGO wird zur Nummer 3 im Baltikum
Der Vollzug der Transaktion wurde am 2. Januar 2026 gemeldet. Mit der Übernahme der litauischen ADB Gjensidige inklusive deren Niederlassungen in Estland und Lettland steigt die ERGO zum drittgrößten Versicherer in der baltischen Region auf. Das Vertriebsnetz wächst zur Nummer 2 der Region.
Die wichtigsten Fakten:
- Abschluss erfolgte zum Jahresauftakt 2026
- Zielmarkt: Litauen, Lettland, Estland
- ERGO steigt auf Platz 3 im Gesamtmarkt auf
- Integration läuft bereits, zunächst separate Markenführung
- Vertriebsnetz wird zum zweitgrößten der Region
Die Akquisition fügt sich in die „Ambition 2025+“ Strategie ein, mit der der Konzern das stabilere Erstversicherungsgeschäft gezielt ausbaut. Während Rückversicherung von Großschäden und Zyklen geprägt ist, liefert die ERGO verlässlichere Cashflows.
Erneuerungsrunde dämpft die Stimmung
Trotz des erfolgreichen M&A-Abschlusses rutschte die Aktie im Xetra-Handel unter die 550-Euro-Marke. Der Grund liegt im makroökonomischen Umfeld: Die Januar-Erneuerungsrunde wirft ihre Schatten voraus.
In dieser Phase werden traditionell die meisten Rückversicherungsverträge neu verhandelt. Nach zwei Jahren, in denen Rückversicherer Preise und Konditionen weitgehend diktieren konnten, mehren sich die Anzeichen einer Normalisierung. Internationale Marktberichte deuten auf moderatere Ratensteigerungen für 2026 hin – ein mögliches Ende der „Hard Market“-Phase.
Für die Münchener Rück, die für 2026 einen Versicherungsumsatz von rund 64 Milliarden Euro prognostiziert hat, lautet die zentrale Frage: Bleiben die Margen stabil oder beginnt der Preisdruck?
Was jetzt kommt
Die kommenden Wochen bringen Klarheit. Der erwartete NatCat-Bericht zu den Naturkatastrophenschäden 2025 dürfte in den nächsten Tagen erscheinen. Fallen die Schäden niedriger aus als befürchtet, könnte dies den Kurs stabilisieren.
Entscheidend wird der 25. Februar 2026: Dann legt der Konzern die vorläufigen Jahreszahlen und den Dividendenvorschlag für 2025 vor. Charttechnisch ist die Zone um 540 Euro die wichtigste Unterstützung. Ein Bruch würde weiteren Verkaufsdruck auslösen, eine Rückeroberung der 560-Euro-Marke das kurzfristige Bild aufhellen.
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