In Berlin klettert das Thermometer auf 41 Grad. Über dem Atlantik braut sich der erste Tropensturm zusammen. Für den weltgrößten Rückversicherer beginnt damit die kritische Phase des Jahres. Das Wetter diktiert nun das finanzielle Risiko.
Stürme und Hitze belasten
Mit dem Tropensturm Arthur ist die atlantische Hurrikan-Saison offiziell gestartet. In Louisiana kämpfen Versicherte bereits mit ersten Tornadoschäden im Gefolge des Sturms. Experten erwarten zwar ein eher unterdurchschnittliches Jahr mit wenigen schweren Hurrikans. Die ersten Schäden belasten die Bilanzen jedoch schon jetzt.
Zeitgleich rollt eine extreme Hitzewelle über Europa. Temperaturen weit über dem Durchschnitt bedrohen die Landwirtschaft. Sie erhöhen außerdem die Gefahr von Stromausfällen und kaputter Infrastruktur. Solche Wetterextreme bergen für die Münchener Rück enorme Schadenpotenziale.
Hohe Nachfrage trifft auf starke Dividende
Ungeachtet der Klimarisiken bleibt das Geschäft lukrativ. Der Markt für Rückversicherungen zeigt sich extrem aufnahmefähig. So sicherte sich der Konkurrent Slide Insurance kürzlich ein Rekordlimit von 5,5 Milliarden US-Dollar. Die Nachfrage nach Katastrophenschutz bleibt branchenweit hoch.
Davon sollen auch die Aktionäre der Münchener Rück profitieren. Das Management plant weiterhin großzügige Ausschüttungen. Mehr als 80 Prozent des Jahresüberschusses fließen über Dividenden und Aktienrückkäufe zurück an die Eigentümer. Ein klares Signal der Stärke.
Chartbild bleibt angeschlagen
An der Börse spiegelt sich das lukrative Kerngeschäft aktuell kaum wider. Die Aktie notiert bei 473,70 Euro und verzeichnete am Dienstag leichte Verluste. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von rund 14 Prozent auf der Anzeigetafel.
Damit liegt das Papier weit unter dem 52-Wochen-Hoch von 605,00 Euro. Fällt die Hurrikan-Saison in den kommenden Monaten tatsächlich milder aus als befürchtet, bietet das aktuelle Kursniveau fundamentalen Raum für eine Erholung.
