Rekordausschüttung auf der einen Seite, Vorwürfe aus der Klimadebatte auf der anderen. Die Münchener Rück geht mit einem ungewöhnlichen Spannungsfeld in ihre 139. Hauptversammlung morgen in München.
Urgewald kritisiert LNG-Versicherungen
Die Umweltorganisation urgewald legte heute eine Kritik an der Versicherungspraxis des Rückversicherers vor. Im Kern: München Rück versichert weiter Infrastruktur für Flüssigerdgas — darunter neue LNG-Terminals in den USA. Das widerspreche der eigenen „Klimaambition 2030″, so urgewald. Der Konzern selbst beziffert die globalen Naturkatastrophenschäden für 2024 auf 320 Milliarden US-Dollar.
Die Kritiker fordern von CEO Christoph Jurecka schärfere Richtlinien für fossile Brennstoffe. Die bestehenden Ausschlüsse greifen laut urgewald nur dann, wenn LNG-Terminals direkt an neue Gasfelder geknüpft sind. Viele Großprojekte in Fracking-Gebieten fallen damit durch das Raster.
Dividende steigt, Rückkauf startet
Für Aktionäre bietet die Hauptversammlung morgen konkrete Beschlüsse. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen eine Dividende von 24,00 Euro je Aktie vor — nach 20,00 Euro im Vorjahr. Ab Donnerstag notiert die Aktie ex Dividende, die Auszahlung folgt am 5. Mai.
Parallel startet am 29. April ein Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 2,25 Milliarden Euro. Es soll bis zur nächsten Hauptversammlung im April 2027 abgeschlossen sein. Insgesamt plant das Unternehmen für 2026 eine Kapitalrückführung von rund 5,3 Milliarden Euro.
Die Aktie notiert aktuell bei 544,20 Euro — nahezu auf Höhe des 200-Tage-Durchschnitts. Vom 52-Wochen-Hoch bei 605,00 Euro trennt sie noch ein Abstand von gut zehn Prozent.
Operative Ziele bleiben ehrgeizig
Für das Gesamtjahr 2026 peilt das Management ein Konzernergebnis von rund 6,3 Milliarden Euro an. Der Versicherungsumsatz soll auf etwa 64 Milliarden Euro steigen. In der Schaden/Unfall-Rückversicherung strebt der Konzern eine Combined Ratio von 80 Prozent an.
Das Fundament dafür: stabile Preise im Rückversicherungsmarkt. Trotz des bewussten Verzichts auf unrentables Geschäft in vergangenen Erneuerungsrunden sieht sich München Rück gut aufgestellt.
Wie das Management den Balanceakt zwischen Klimaglaubwürdigkeit und Wachstum in Segmenten wie Cyber-Risiken kommuniziert, wird die Hauptversammlung morgen zeigen — und dürfte die Diskussion bis zur nächsten Strategieüberprüfung 2030 prägen.
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