Der lange Schatten des Wirecard-Skandals erreicht die Münchner Konzernzentrale. Wenige Wochen vor der Hauptversammlung zieht der Rückversicherer die Reißleine. Das Unternehmen trennt sich von seinem Abschlussprüfer EY. Eine Rückkehr zu KPMG soll ab 2026 neues Vertrauen bei den Investoren schaffen.
Wirecard-Schatten und offene Abstimmung
EY prüfte die Bücher des DAX-Konzerns seit 2020. Die Gesellschaft steht seit dem Wirecard-Debakel massiv unter Druck. Die Prüferaufsicht APAS verhängte 2023 empfindliche Strafen und ein befristetes Wettbewerbsverbot. Der Grund waren erwiesene Sorgfaltspflichtverletzungen der Prüfer.
Der Aufsichtsrat schlägt den Aktionären daher KPMG als neuen Prüfer für das Jahr 2026 vor. Die Hauptversammlung am 29. April wird darüber endgültig abstimmen. Der Prüfungsausschuss will den Anlegern beide Gesellschaften zur Wahl stellen. Eine Kampfabstimmung ist damit programmiert. KPMG soll künftig auch die Nachhaltigkeitsberichte nach der neuen europäischen CSRD-Richtlinie prüfen.
Profitabilität schlägt Wachstum
Abseits der Prüferwahl baut das Management das operative Geschäft um. Zum Jahreswechsel ließ Munich Re das Prämienvolumen bewusst um 7,8 Prozent schrumpfen. Der Wert sank auf 13,7 Milliarden Euro. Das Unternehmen verlängerte unrentable Verträge schlichtweg nicht. Im Naturkatastrophengeschäft fielen die Prämien um rund sechs Prozent. Die Devise lautet: Marge vor Volumen.
Für die laufende April-Erneuerungsrunde rechnet der Vorstand mit stabilen Preisen. Das Rückversicherungssegment soll so bis zu 5,4 Milliarden Euro zum Gewinn beisteuern.
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Rekorddividende und klare Ziele
Aktionäre profitieren direkt von diesem strikten Fokus auf Profitabilität. Der Vorstand schlägt eine Rekorddividende von 24 Euro je Aktie vor. Das entspricht einem Plus von 20 Prozent zum Vorjahr. Die Münchener Rück bleibt damit im 25. Jahr in Folge ohne Dividendenkürzung.
Die im Dezember präsentierte Strategie „Ambition 2030“ formuliert klare finanzielle Vorgaben:
* Eigenkapitalrendite von über 18 Prozent
* Jährliches Gewinnwachstum je Aktie von mehr als 8 Prozent
* Konzernnettoergebnis von rund 6,3 Milliarden Euro im Jahr 2026
Der erste Praxistest für die restriktive Zeichnungspolitik folgt im Mai. Dann präsentiert das Unternehmen die Zahlen für das erste Quartal. Zuvor markiert der 30. April den wichtigen Ex-Dividenden-Tag. Die Aktie notiert aktuell rund zehn Prozent unter ihrem Jahreshoch. Diese Termine und das Ergebnis der April-Erneuerungen liefern die nächsten konkreten Impulse für den Kursverlauf.
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