Kurz vor der Hauptversammlung am 29. April 2026 ordnet die Münchener Rück ihre Governance. Aktionäre stimmen nicht nur über eine milliardenschwere Kapitalrückführung ab. Auf der Tagesordnung steht auch ein Prüferwechsel, der die späten Nachwehen des Wirecard-Skandals in die Münchner Konzernzentrale trägt.
Rückkehr zum alten Prüfer
Auf Empfehlung des Prüfungsausschusses soll ab dem Geschäftsjahr 2026 die KPMG AG die Bücher kontrollieren. Der bisherige Abschlussprüfer EY steht seit dem Wirecard-Debakel massiv unter Druck. Die Prüferaufsicht APAS hatte 2023 drastische Strafen sowie ein befristetes Wettbewerbsverbot für Neuaufträge verhängt.
Für den Rückversicherer ist der vorgeschlagene Wechsel eine Rückkehr. KPMG betreute das Mandat bereits bis 2019. Künftig umfasst die Aufgabe auch die Nachhaltigkeitsberichterstattung nach der europäischen CSRD-Richtlinie.
Frisches Kapital und hohe Ausschüttungen
Neben der Prüferfrage steht die Bilanzstruktur im Fokus. Der Vorstand bittet die Aktionäre um die vorzeitige Erneuerung des genehmigten Kapitals. Das Instrument umfasst 117,5 Millionen Euro und entspricht einem Fünftel des Grundkapitals. Das Management will sich damit die nahtlose Möglichkeit sichern, bei Bedarf die Eigenmittel zügig aufzustocken.
Begleitend dazu geht es um die Gewinnbeteiligung. Insgesamt plant der Konzern eine Kapitalrückführung von 5,3 Milliarden Euro. Darin enthalten ist ein vorgeschlagenes Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu 2,25 Milliarden Euro. Stimmt die Hauptversammlung zu, fließt die Dividende am 5. Mai 2026 auf die Konten der Anteilseigner.
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Marge vor Volumen
Operativ stützt sich die hohe Ausschüttungskraft auf eine restriktive Strategie. Beim wichtigen Januar-Renewal ließ das Management bewusst unrentable Verträge auslaufen. Das Bruttoprämienvolumen schrumpfte infolgedessen um knapp acht Prozent auf 13,7 Milliarden Euro. Besonders im Naturkatastrophengeschäft zog sich der Konzern spürbar zurück.
Der Fokus auf Profitabilität zahlte sich zuletzt aus. Für das abgelaufene Jahr steht ein Rekordgewinn von 6,1 Milliarden Euro in den Büchern. Mit der neuen Strategie peilt der Rückversicherer bis zum Ende des Jahrzehnts eine Eigenkapitalrendite von über 18 Prozent an.
Den ersten konkreten Belastungstest für die strenge Zeichnungspolitik liefert der Kalender in wenigen Wochen. Am 12. Mai veröffentlicht die Münchener Rück ihre Zahlen für das erste Quartal. Diese Daten liefern den Beleg, ob die Margenentwicklung den Prämienrückgang im laufenden Geschäft wie geplant kompensiert.
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