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Münchener Rück Aktie: Neugeschäft schrumpft

Trotz eines Gewinnsprungs von 57 Prozent im ersten Quartal verliert die Munich Re-Aktie deutlich. Grund sind sinkende Umsätze und ein rückläufiges Neugeschäft.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Gewinn steigt auf 1,7 Milliarden Euro
  • Umsatz sinkt um fünf Prozent
  • Neugeschäft um 18,5 Prozent reduziert
  • Aktie fällt auf Jahrestief

Guter Gewinn, schlechter Kurs — diese Kombination kennen Aktionäre der Münchener Rück inzwischen zu gut. Nach Veröffentlichung der Quartalszahlen am heutigen Dienstag verlor die Aktie zeitweise mehr als fünf Prozent und fiel auf 473,70 Euro — den tiefsten Stand seit November 2024. Vom Zwischenhoch Mitte April bei über 570 Euro summiert sich der Verlust damit auf rund 16 Prozent.

Gewinnsprung dank ruhiger Katastrophensaison

Der Münchner Rückversicherer verdiente im ersten Quartal 2026 unter dem Strich gut 1,7 Milliarden Euro — rund 57 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Haupttreiber: deutlich geringere Großschäden. Während Anfang 2025 die verheerenden Waldbrände in Kalifornien allein mehr als eine Milliarde Euro an Schadenbelastungen verursachten, lagen die Großschäden in der Schaden- und Unfall-Rückversicherung diesmal nur bei 130 Millionen Euro. Auch der Krieg am Persischen Golf schlug bislang mit rund 90 Millionen Euro zu Buche — verkraftbar im Vergleich dazu.

Der Versicherungsumsatz entwickelte sich dagegen enttäuschend. Er sank um fünf Prozent auf 15 Milliarden Euro, obwohl Analysten einen Anstieg erwartet hatten. Das Management verweist auf den schwächeren US-Dollar als Hauptursache. Barclays-Analyst Ivan Bokhmat rechnet vor, dass der Quartalsumsatz die Markterwartung um sechs Prozent verfehlte — und auch der Return on Investment blieb hinter den Prognosen zurück. Alle drei Segmente, also Schaden/Unfall-Rückversicherung, Lebens- und Krankenversicherung sowie die Tochter Ergo, enttäuschten bei den operativen Ergebnissen.

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Wo die Konkurrenz wächst, zieht sich Munich Re zurück

Das eigentliche Problem liegt im Neugeschäft. Bei der Vertragserneuerung zum 1. April dampfte die Münchener Rück ihr Volumen um 18,5 Prozent ein — eine Reaktion auf anhaltende Preisrückgänge von bereinigt 3,1 Prozent. Finanzvorstand Andrew Buchanan nennt das Preisniveau zwar weiterhin „gut“, doch der Vergleich mit der Konkurrenz fällt ungünstig aus.

Hannover Rück und das französische Haus SCOR weiteten ihr Geschäft trotz ähnlicher Preisbedingungen aus. Die Swiss Re verzeichnete lediglich einen Volumenrückgang von zwei Prozent. Munich Re hat ihr Neugeschäft bei den Erneuerungsrunden seit Jahresbeginn 2026 insgesamt um neun Prozent zurückgefahren. Barclays-Analyst Bokhmat sieht das Unternehmen damit klar hinter der Konkurrenz.

Buchanan hält dennoch am Jahresziel von 6,3 Milliarden Euro Gewinn fest — nach 6,1 Milliarden im Vorjahr. Der Versicherungsumsatz soll trotz des schwachen Starts bei 64 Milliarden Euro landen. Um die langfristige Profitabilität zu sichern, plant Munich Re bis 2030 Kosteneinsparungen von 600 Millionen Euro, darunter der Abbau von rund 1.000 Stellen bei der Ergo-Tochter. Die nächste Erneuerungsrunde im Juli wird zeigen, ob das selektive Vorgehen beim Neugeschäft Früchte trägt — oder ob der Rückstand zur Konkurrenz weiter wächst.

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