Bei Münchener Rück belastet die Sorge um künftige Margen die Bewertung: JPMorgan erwartet weiteren Preisdruck bei den Rückversicherungserneuerungen 2027. Die am Freitag vorgenommene Abstufung belastete laut dpa-AFX die Aktie, die an diesem Handelstag um 4,0% fiel. Die Skepsis des Analysehauses betrifft insbesondere die Margen im Schaden-Rückversicherungsgeschäft.
Begrenztes Potenzial trotz höherer Gewinnprognose
JPMorgan senkte am Freitag die Einstufung von „Overweight“ auf „Neutral“ und beließ das Kursziel bei 590 Euro. Das Analysehaus begründete seine Entscheidung auch mit begrenztem weiterem Potenzial. Die erwartete Margenkompression betrifft nach seiner Einschätzung besonders 2027. Laut dpa-AFX belastete die Abstufung im Branchenumfeld auch andere Rückversicherer.
Münchener Rück hatte vor rund zwei Wochen die Nettogewinnprognose für 2026 von 6,3 Milliarden auf 6,6 Milliarden Euro angehoben. Das Unternehmen meldete für das dritte Quartal 2026 einen vorläufigen Nettogewinn von rund 1,7 Milliarden Euro. In den ersten neun Monaten erreichte das Konzernergebnis nach Unternehmensangaben 5,7 Milliarden Euro.
Rückkauf und kleinerer Vorstand
Vor gut drei Wochen meldete Münchener Rück im Rahmen ihres Aktienrückkaufs den Erwerb von 97.500 eigenen Aktien. Seit Beginn des Programms waren bis zum Ende des gemeldeten Zeitraums insgesamt rund 3,2 Millionen Aktien zurückgekauft worden.
Reuters berichtete vor gut drei Wochen zudem über eine Verkleinerung des Vorstands. Clarisse Kopff sollte das Unternehmen Ende Oktober verlassen; ihr Vorstandsposten sollte dauerhaft unbesetzt bleiben. Ihre Aufgaben sollte Thomas Blunck zusätzlich übernehmen, wodurch das Gremium ab November von elf auf zehn Mitglieder schrumpfen sollte.
Die endgültigen Quartalszahlen sollen am 12. November veröffentlicht werden. Laut Unternehmenskalender ist die Bekanntgabe gegen 7:30 Uhr vorgesehen.
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