Die Ratingagentur Moody’s hebt den Daumen und wertet die Bonität der Münchener Rück auf „Aa2“ auf. Zeitgleich wagt der Rückversicherer einen massiven strategischen Schritt. Der Konzern streicht seinen externen Katastrophenschutz drastisch zusammen.
Weniger Schutz, mehr Eigenrisiko
Bislang sicherte das Unternehmen große Sturmrisiken teuer ab. Jetzt sinkt diese externe Deckung von 1,55 Milliarden auf 600 Millionen US-Dollar. Das ist ein Rückgang von über 60 Prozent. Die Folge: Die Münchener Rück nimmt deutlich mehr Risiko auf die eigene Bilanz.
Auch die speziellen Finanzvehikel Eden Re und Leo Re löst das Management auf. Der Konzern gibt lieber weniger Prämien ab und vertraut auf sein dickes Finanzpolster. Moody’s belohnt genau diese starke Kapitalausstattung mit dem neuen Rating. Ende März glänzte der Rückversicherer mit einer Solvenzquote von 292 Prozent. Im ersten Quartal verdiente das Unternehmen netto über 1,7 Milliarden Euro.
Preiskampf trifft auf Finanzstärke
Parallel dazu tobt im Sektor ein harter Preiskampf. Weltweit drängen 805 Milliarden US-Dollar an Kapital in den Markt. Dadurch brachen die Raten für Sach-Katastrophen im Juni um bis zu 20 Prozent ein. Die Münchener Rück reagiert mit Disziplin. Im April strich der Konzern das gezeichnete Volumen um 18,5 Prozent zusammen.
Nun verhandelt die Branche die wichtigen Juli-Verträge. Das Management will das aktuelle Preisniveau hart verteidigen. Dabei verschiebt sich das geografische Risiko. Für Asien erwarten Experten elf schwere Taifune, besonders in Japan und China.
An der Börse spiegelt sich die operative Stärke aktuell kaum wider. Die Aktie schloss am Freitag bei 478,40 Euro. Seit Jahresbeginn steht damit ein Minus von knapp 13 Prozent auf der Kurstafel. Bewährt sich die Strategie in der asiatischen Sturmsaison, rückt die 50-Tage-Linie als nächster technischer Widerstand in den Fokus.
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