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Münchener Rück Aktie: Investitionsoptionen abgewogen

Die versicherten Schäden durch Naturkatastrophen sind 2025 deutlich gesunken, doch sekundäre Gefahren wie Waldbrände gewinnen an Bedeutung. Die Münchener Rück positioniert sich als zentraler Risikoträger.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Versicherte Schäden 2025 um 27 Prozent gesunken
  • Los-Angeles-Brände als teuerste Waldbrandkatastrophe
  • Sekundärgefahren verursachen überproportionale Schäden
  • Ambitionierte Finanzziele für das Geschäftsjahr 2026

Naturkatastrophen bleiben ein zentrales Risiko für die Versicherungsbranche – und damit auch ein Treiber für die Bewertung der Münchener Rück. Der jährliche Naturkatastrophen-Report des Konzerns zeigt: Die versicherten Schäden sind 2025 deutlich gefallen, zugleich verschieben sich die Risikomuster. Was bedeutet diese Entwicklung für den Rückversicherer, der sich strategisch genau auf dieses Feld ausrichtet?

Naturkatastrophen 2025: Weniger Hurrikane, hohe Schäden

Die Münchener Rück beziffert die weltweit versicherten Schäden durch Naturkatastrophen im Jahr 2025 auf 108 Milliarden US-Dollar. Gegenüber dem inflationsbereinigten Vorjahreswert von 147 Milliarden US-Dollar ist das ein Rückgang um rund 27 Prozent.

Hauptgrund für die Entlastung: Die US-Küste blieb 2025 erstmals seit zehn Jahren ohne direkten Landgang eines Hurrikans. Das nahm einem der größten klassischen Katastrophentreiber vorübergehend die Wucht.

Von Entwarnung kann dennoch keine Rede sein. Die gesamten wirtschaftlichen Schäden durch Naturkatastrophen beliefen sich 2025 auf 224 Milliarden US-Dollar. Das liegt klar unter den 368 Milliarden US-Dollar des Vorjahres, zeigt aber weiterhin ein hohes Belastungsniveau für Volkswirtschaften und Versicherer.

Los-Angeles-Brände als Rekordereignis

Besonders ins Gewicht fielen die verheerenden Waldbrände in der Region Los Angeles im Januar 2025. Sie waren die mit Abstand teuerste Naturkatastrophe des Jahres und markieren einen historischen Rekord:

  • Gesamtschäden: rund 53 Milliarden US-Dollar
  • Versicherte Schäden: etwa 40 Milliarden US-Dollar
  • 30 Todesopfer
  • Teuerste Waldbrand-Katastrophe aller Zeiten

Eine lang anhaltende Dürre in Kombination mit starken Winterwinden sorgte für ideale Bedingungen, damit sich die Feuer rasch ausbreiten konnten – bis in die Vororte der Metropole. Für Rückversicherer wie die Münchener Rück unterstreicht dieses Ereignis, wie stark urbane Verdichtung und Klimafaktoren die Schadenpotenziale erhöhen.

Sekundärgefahren nehmen an Bedeutung zu

Auffällig im Report ist die überproportionale Rolle sogenannter „Non-Peak-Perils“, also sekundärer Gefahren abseits der traditionellen Großrisiken wie Hurrikans oder große Erdbeben. Überschwemmungen, Waldbrände und schwere Gewitter verursachten 2025 versicherte Schäden von 98 Milliarden US-Dollar.

Damit liegen diese Risiken deutlich über dem inflationsbereinigten Zehnjahresdurchschnitt von 60 Milliarden US-Dollar. Vorstandsmitglied Thomas Blunck betont, dass die USA trotz ausbleibender Hurrikane an der Spitze der Schadenstatistik bleiben – maßgeblich getrieben durch genau diesen Trend zu hohen Schäden aus sekundären Gefahren.

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Für die Ausrichtung von Rückversicherungsportfolios ist das zentral: Tarifierung, Risikomodelle und Kapazitätsallokation müssen zunehmend auf diese „neuen alten“ Risiken zugeschnitten werden.

Myanmar-Erdbeben: Hoher Schaden, geringe Versicherungsdichte

Das zweitteuerste Einzelereignis 2025 war das Erdbeben der Stärke 7,7 in Myanmar im März:

  • Gesamtschäden: rund 12 Milliarden US-Dollar
  • Etwa 4.500 Todesopfer
  • Nur ein geringer Teil der Schäden war versichert
  • Erschütterungen waren bis nach Bangkok spürbar

Während die humanitäre Tragweite enorm war, fällt der versicherte Anteil vergleichsweise gering aus. Das verdeutlicht die Lücke im Versicherungsschutz in vielen Schwellen- und Entwicklungsländern – ein Thema, auf das Rückversicherer verstärkt hinweisen und bei dem sie mittelfristig Wachstumspotenzial sehen.

Klimawandel und „Ambition 2030“

Die Münchener Rück stellt im Report den Klimawandel klar als strukturellen Treiber extremer Wetterereignisse heraus. Tobias Grimm, Chefklimatologe des Konzerns, verweist darauf, dass eine sich erwärmende Welt die Wahrscheinlichkeit solcher Extremereignisse erhöht. Die vergangenen zwölf Jahre waren demnach die wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen.

Vor diesem Hintergrund positioniert sich das Unternehmen mit der Mehrjahresstrategie „Ambition 2030“ explizit als Risikoträger für Naturkatastrophenrisiken. Ziel ist eine Stärkung des globalen Versicherungsschutzes – also mehr Deckung in Regionen und Segmenten, die bislang unterversichert sind. Für einen Rückversicherer ist das Chance und Herausforderung zugleich: Wachstumspotenzial trifft auf steigende Komplexität im Risikomanagement.

Strategische Ziele und aktuelle Bewertung

Für das Geschäftsjahr 2026 hat die Münchener Rück ambitionierte Finanzziele formuliert. Der Konzern rechnet mit Versicherungserlösen von 64 Milliarden Euro und liegt damit über dem Analystenkonsens von 62 Milliarden Euro. Das Gewinnziel beträgt 6,3 Milliarden Euro, die Eigenkapitalrendite soll bis Ende 2030 auf über 18 Prozent steigen.

Der Aktienkurs spiegelt aktuell eher eine Phase der Konsolidierung wider. Heute notiert die Aktie bei 524,40 Euro und damit rund 3 Euro unter dem Schlusskurs von gestern. Auf Sicht von zwölf Monaten ergibt sich dennoch ein Plus von knapp 6 Prozent, während der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 671,21 Euro bei gut 22 Prozent liegt. Technisch betrachtet handelt der Titel unter seinen 50-, 100- und 200-Tage-Durchschnitten, was auf eine abgekühlte Kursdynamik nach einem zuvor starken Lauf hindeutet.

Ausblick: Zahlen als nächster Prüfstein

Mit dem aktuellen Naturkatastrophen-Report und der klaren Fokussierung auf Naturgefahren unterlegt die Münchener Rück ihre Rolle als zentraler Risikoträger in einer sich wandelnden Klimarealität. Entscheidend wird nun sein, ob sich die ambitionierten Ziele bei Erlösen, Gewinn und Rendite im Zahlenwerk wiederfinden. Einen ersten Härtetest dafür liefern die nächsten Quartalszahlen, die am 26. Februar 2026 anstehen.

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