Starke Gewinne, aber schwache Kurse. Bei der Münchener Rück klaffen operative Realität und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Der Rückversicherer verdient glänzend. Dennoch schickten Anleger das Papier zuletzt auf Talfahrt.
Zwischen Januar und März erwirtschaftete der Konzern einen Nettogewinn von rund 1,7 Milliarden Euro. Das ist ein sattes Plus gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn je Aktie kletterte entsprechend auf 13,41 Euro.
Parallel dazu schrumpfte allerdings der Versicherungsumsatz. Er sank auf gut 15 Milliarden Euro. Das Management begründet diesen Rückgang hauptsächlich mit negativen Währungseffekten.
Disziplin kostet Volumen
Die eigentliche Sorge der Marktteilnehmer betrifft das Neugeschäft. Als die Verträge im April anstanden, sanken die risikoadjustierten Preise um gut drei Prozent. Daraufhin zog das Management die Reißleine.
Die Münchener Rück verzichtete bewusst auf unrentable Abschlüsse. Die Folge: Das gezeichnete Geschäftsvolumen brach um 18,5 Prozent ein. Es fiel auf 2,0 Milliarden Euro. Der Konzern opfert also kurzfristiges Wachstum für die langfristige Portfolioqualität.
Operativ läuft das Kerngeschäft indes rund. Die Schaden-Kosten-Quote verbesserte sich in der Schaden- und Unfall-Rückversicherung auf starke 66,8 Prozent. Auch das Kapitalanlageergebnis lieferte mit fast 1,7 Milliarden Euro einen soliden Beitrag. Für das Gesamtjahr hält der Vorstand an seiner Prognose fest. Das anvisierte Gewinnziel bleibt bei 6,3 Milliarden Euro.
Blick auf den Chart
An der Börse überwiegt aktuell die Skepsis. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus der Aktie auf über 15 Prozent. Am Donnerstag schloss das Papier bei 465,40 Euro. Damit notiert der Titel deutlich unter seinem 50-Tage-Durchschnitt.
Der heutige große Verfallstag an den Terminbörsen könnte zusätzliche Schwankungen auslösen. Charttechnisch rückt nun das 52-Wochen-Tief bei 437,50 Euro in den Mittelpunkt. Hält diese Unterstützung nicht, droht ein weiterer Ausverkauf.
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