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Münchener Rück Aktie: Geschäftsvolumen um 18,5% eingebrochen

Der Rückversicherer erzielt einen Rekordgewinn, verliert aber an der Börse. Grund sind sinkende Prämieneinnahmen und ein bewusster Verzicht auf margenschwache Verträge.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Nettogewinn steigt auf 1,7 Milliarden Euro
  • Versicherungsumsatz sinkt auf 15 Milliarden Euro
  • Neugeschäft bricht um 18,5 Prozent ein
  • Aktie verliert seit Jahresbeginn über 15 Prozent

Starke Gewinne, aber schwache Kurse. Bei der Münchener Rück klaffen operative Realität und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Der Rückversicherer verdient glänzend. Dennoch schickten Anleger das Papier zuletzt auf Talfahrt.

Zwischen Januar und März erwirtschaftete der Konzern einen Nettogewinn von rund 1,7 Milliarden Euro. Das ist ein sattes Plus gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn je Aktie kletterte entsprechend auf 13,41 Euro.

Parallel dazu schrumpfte allerdings der Versicherungsumsatz. Er sank auf gut 15 Milliarden Euro. Das Management begründet diesen Rückgang hauptsächlich mit negativen Währungseffekten.

Disziplin kostet Volumen

Die eigentliche Sorge der Marktteilnehmer betrifft das Neugeschäft. Als die Verträge im April anstanden, sanken die risikoadjustierten Preise um gut drei Prozent. Daraufhin zog das Management die Reißleine.

Die Münchener Rück verzichtete bewusst auf unrentable Abschlüsse. Die Folge: Das gezeichnete Geschäftsvolumen brach um 18,5 Prozent ein. Es fiel auf 2,0 Milliarden Euro. Der Konzern opfert also kurzfristiges Wachstum für die langfristige Portfolioqualität.

Operativ läuft das Kerngeschäft indes rund. Die Schaden-Kosten-Quote verbesserte sich in der Schaden- und Unfall-Rückversicherung auf starke 66,8 Prozent. Auch das Kapitalanlageergebnis lieferte mit fast 1,7 Milliarden Euro einen soliden Beitrag. Für das Gesamtjahr hält der Vorstand an seiner Prognose fest. Das anvisierte Gewinnziel bleibt bei 6,3 Milliarden Euro.

Blick auf den Chart

An der Börse überwiegt aktuell die Skepsis. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus der Aktie auf über 15 Prozent. Am Donnerstag schloss das Papier bei 465,40 Euro. Damit notiert der Titel deutlich unter seinem 50-Tage-Durchschnitt.

Der heutige große Verfallstag an den Terminbörsen könnte zusätzliche Schwankungen auslösen. Charttechnisch rückt nun das 52-Wochen-Tief bei 437,50 Euro in den Mittelpunkt. Hält diese Unterstützung nicht, droht ein weiterer Ausverkauf.

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Diskussion zu Münchener Rück

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.