Am kommenden Mittwoch blickt die Finanzwelt nach München. Der Rückversicherungs-Gigant legt nicht nur die Bilanz für 2025 vor, sondern muss auch beweisen, dass die neue Strategie unter dem frisch gebackenen CEO Christoph Jurecka trägt. Während die Gewinne sprudeln, greift die Tochter ERGO hart durch – eine Mischung aus Rekordjagd und Sparzwang, die Anleger genau analysieren sollten.
Jureckas Premiere und das 6-Milliarden-Ziel
Am 26. Februar 2026 steht die Bilanzpressekonferenz an. Es ist der erste große Auftritt für das neue Führungsduo: Christoph Jurecka, der zum Jahreswechsel den Vorstandsvorsitz von Joachim Wenning übernahm, und sein Nachfolger im Finanzressort, Andrew Buchanan.
Die Erwartungshaltung ist klar definiert. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 hatte der Konzern einen Gewinn von 6,0 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Da bereits nach neun Monaten ein Nettoergebnis von knapp 5,2 Milliarden Euro in den Büchern stand, gilt das Erreichen dieses Ziels als Formsache. Die eigentliche Spannung liegt auf dem Ausblick und der Frage, wie aggressiv die Münchener Rück ihre Marktposition weiter ausbauen will.
Ambition 2030: Die Messlatte liegt hoch
Der Konzern ruht sich nicht auf den Lorbeeren aus. Mit der Strategie „Ambition 2030“ wurde der Planungshorizont auf fünf Jahre erweitert und ambitionierte Ziele formuliert:
- Gewinnsteigerung: Für das laufende Jahr 2026 wird bereits ein IFRS-Nettogewinn von 6,3 Milliarden Euro angepeilt.
- Wachstum: Der Gewinn je Aktie soll durchschnittlich um mehr als 8 % pro Jahr zulegen.
- Rendite: Eine Eigenkapitalrendite von über 18 % bis 2030 soll die Attraktivität für Investoren sichern.
Diese Vorgaben setzen das Management unter Zugzwang, kontinuierlich Effizienzsteigerungen zu liefern.
ERGO setzt den Rotstift an
Wie ernst es dem Konzern mit der Effizienz ist, zeigt die Entwicklung bei der Erstversicherungstochter ERGO. Dort sollen bis 2030 rund 1.000 Stellen wegfallen. Der Grund ist der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Automatisierung, der standardisierte Tätigkeiten in der Verwaltung und Schadenbearbeitung ersetzt.
Zwar schließt das Unternehmen betriebsbedingte Kündigungen aus und setzt auf Umschulungen sowie natürliche Fluktuation, doch die Botschaft ist deutlich: Um die inflationsbedingten Kostensteigerungen abzufedern, muss gespart werden. Das übergeordnete Ziel sind jährliche Einsparungen von rund 600 Millionen Euro bis zum Ende des Jahrzehnts.
Aktienrückkauf stützt den Kurs
Unterstützung erhält die Aktie weiterhin durch das laufende Rückkaufprogramm. Bis zum 10. Februar 2026 nahm das Unternehmen bereits über 3,3 Millionen eigene Anteile vom Markt. Mit einem Gesamtvolumen von bis zu 2,0 Milliarden Euro fungiert dieses Programm als technischer Boden für den Aktienkurs, der heute bei 549,60 Euro notiert und damit knapp über dem wichtigen 200-Tage-Durchschnitt von 546,70 Euro liegt.
Das charttechnische Bild zeigt sich stabil, wenngleich der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 610,20 Euro noch rund 10 Prozent beträgt.
Fazit: Wegweisender Termin
Der 26. Februar wird die Weichen für die kommenden Monate stellen. Anleger sollten genau beobachten, ob Jurecka und Buchanan nicht nur die Zahlen für 2025 bestätigen, sondern auch konkrete Fortschritte bei der Umsetzung der „Ambition 2030“ und der Integration von NEXT Insurance vermelden können. Werden die optimistischen Prognosen für 2026 untermauert, könnte dies den nötigen Impuls für einen erneuten Angriff auf das Allzeithoch liefern.
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