Münchener Rück glänzt operativ. Der Gewinn steigt rasant. Die Börse honoriert das allerdings nicht. Die Aktie notiert tief im roten Bereich. Parallel dazu ordnet der Rückversicherer seine Prioritäten neu. Cyber-Angriffe verdrängen Naturkatastrophen als größte Gefahr für die Branche.
Cyber-Risiken dominieren
Das Unternehmen hat den neuen RiskScan veröffentlicht. Die Studie basiert auf den Antworten von über 1.700 Marktteilnehmern in den USA und Großbritannien. Für 55 Prozent der Befragten sind Cyber-Vorfälle das aktuell größte Risiko. Ein klares Signal. Betriebsunterbrechungen und neue Technologien folgen knapp dahinter.
Naturkatastrophen wie Fluten oder Stürme landen vorerst nur auf dem vierten Platz. Munich Re nutzt diese Daten für operative Entscheidungen. Der Konzern will sein Underwriting entsprechend anpassen. Im gleichen Schritt baut der Rückversicherer sein Management um. Ab Juli übernehmen neue Führungskräfte das Cyber-Geschäft in wichtigen asiatischen und afrikanischen Märkten.
Operativ stark, Börse skeptisch
Das operative Fundament steht stabil. Im ersten Quartal verdiente Munich Re rund 1,7 Milliarden Euro. Das entspricht einem kräftigen Plus zum Vorjahr. Die Schaden-Kosten-Quote lag bei hervorragenden 66,8 Prozent.
Für das laufende Jahr peilt der Vorstand einen Gewinn von 6,3 Milliarden Euro an. Die Kapitalausstattung bleibt mit einer hohen Solvency-Quote extrem robust. Dennoch reagiert der Markt verhalten. JPMorgan Asset Management hat seinen Anteil kürzlich minimal auf knapp unter drei Prozent reduziert.
Die Diskrepanz zwischen Geschäftserfolg und Marktwahrnehmung zeigt sich deutlich am Chart. Das Papier beendete den Handel am Donnerstag bei 465,00 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust damit auf über 15 Prozent.
Das im vergangenen August markierte 52-Wochen-Hoch liegt in weiter Ferne. Aktuell kämpft die Aktie eher mit der Nähe zum Jahrestief. Der Abstand nach unten beträgt nur noch rund sechs Prozent.
Margenschutz im Fokus
Als nächster Katalysator dient der Halbjahresbericht im August. Der Konzern muss dann beweisen, dass die disziplinierte Zeichnungsstrategie die Margen weiter schützt. Nur anhaltend starke Zahlen können das Vertrauen der Investoren in diesem unsicheren Marktumfeld zurückgewinnen.
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