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Münchener Rück Aktie: 1,55 auf 0,6 Milliarden Dollar

Trotz operativer Stärke bleibt die Aktie hinter den Gewinnen zurück. Der Konzern setzt auf eine aggressive Strategie in der Sturmsaison.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Starker Gewinn im ersten Quartal
  • Aktie notiert 22 Prozent unter Hoch
  • Preiskampf bei Vertragserneuerungen im Juli
  • Reduzierter Kapitalschutz erhöht Risiko

Starke Gewinne, schwache Kurse. Bei der Münchener Rück klaffen operative Realität und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Der weltgrößte Rückversicherer steuert auf zwei entscheidende Monate zu. Das Management geht dabei voll ins Risiko.

Im ersten Quartal verdiente der Konzern starke 1,7 Milliarden Euro. Die Aktie spiegelt diesen Erfolg kaum wider. Am Freitag ging das Papier bei 472,30 Euro aus dem Handel. Das entspricht einem Abschlag von satten 22 Prozent zum 52-Wochen-Hoch.

Seit dem Jahrestief Anfang Juni kletterte der Kurs immerhin um acht Prozent nach oben. Dennoch steht seit Januar ein Minus von knapp 14 Prozent auf der Anzeigetafel. Anleger bleiben vorsichtig.

Harter Kampf um die Preise

Zum 1. Juli steht die wichtige Erneuerungsrunde für Verträge an. Hier muss der Konzern sein Preisniveau verteidigen. Im April fielen die Preise risikoadjustiert um gut drei Prozent.

Munich Re lehnte damals unrentable Verträge konsequent ab. Dadurch schrumpfte das gezeichnete Volumen um fast 19 Prozent. Diese harte Linie schützt die Gewinnmargen. Sie kostet aber zwingend Umsatz. Gelingt im Juli eine Preisstabilisierung, sendet das ein starkes Signal für die Aktie.

Weniger Schutz, mehr Eigenrisiko

Zeitgleich startet die atlantische Hurrikansaison. Das Management ändert hier seine Strategie radikal. Der Konzern fährt seinen externen Kapitalschutz von 1,55 auf 0,6 Milliarden US-Dollar zurück.

Obendrein löst Munich Re zwei Investment-Vehikel auf. Diese bündelten bisher das Geld externer Geldgeber. Eine extrem komfortable Solvency-II-Quote von 292 Prozent erlaubt diesen Schritt. Das interne Ziel liegt bei lediglich 200 Prozent.

Die Rechnung ist simpel. Bleiben schwere Stürme aus, treibt die gesparte Absicherungsprämie den Gewinn massiv. Häufen sich die Katastrophen, schlagen die Schäden voll auf die eigene Bilanz durch. Eine riskante Wette.

Wetterphänomen verschiebt die Gefahr

Kurzfristig stützen aktuelle Wettermodelle den Optimismus des Vorstands. Die Colorado State University rechnet dieses Jahr nur mit elf benannten Stürmen. Fünf davon könnten sich zu Hurrikanen entwickeln. Das liegt deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt.

Ein wahrscheinlicher El Niño bremst die Wirbelstürme über dem Atlantik. Das Risiko verschwindet jedoch nicht. Es wandert in den Nordwestpazifik. Dort drohen nun vermehrt Taifune. Für einen globalen Rückversicherer bedeutet das lediglich eine regionale Verlagerung der Schäden.

Am 7. August legt Munich Re den Halbjahresbericht vor. Dann zeigt sich die erste Zwischenbilanz der riskanten Sturmsaison. Das ehrgeizige Jahresziel von 6,3 Milliarden Euro Nettogewinn steht weiterhin. Um diese Marke zu knacken, muss die harte Preisdisziplin bei den Juli-Erneuerungen greifen.

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