Starkes Geschäft, höhere Prognose, aber ein rückläufiger Nettogewinn: MSD, in den USA als Merck & Co bekannt, legt für das dritte Quartal Zahlen mit zwei Gesichtern vor. Operativ übertrifft der Pharmakonzern die Erwartungen, unter dem Strich belastet eine Einmalzahlung.
Krebsmittel und Tiergesundheit treiben
Der Konzernumsatz stieg um rund fünf Prozent auf 18,1 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Mittel mit etwa 17,3 Milliarden Dollar gerechnet. Haupttreiber ist weiterhin der Krebsblockbuster Keytruda, dessen Erlöse um sechs Prozent auf 8,6 Milliarden Dollar zulegten. Auf die neue Darreichungsform Keytruda Qlex entfielen davon 830 Millionen Dollar.
Auch andere Produkte lieferten. Das Lungenhochdruckmittel Winrevair wuchs um 93 Prozent auf 694 Millionen Dollar. Gardasil kam auf knapp zwei Milliarden Dollar und übertraf ebenfalls die Erwartungen, die Tiergesundheitssparte erreichte 1,7 Milliarden Dollar.
Warum der Gewinn trotzdem sinkt
Der Nettogewinn fiel auf knapp 5,1 Milliarden Dollar, nach 5,8 Milliarden im Vorjahresquartal. Grund ist eine Abschreibung im Zusammenhang mit einer globalen Lizenzvereinbarung mit SciBunch. Sie schlägt mit 0,12 Dollar je Aktie zu Buche.
Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 2,49 Dollar. Das ist weniger als ein Jahr zuvor, aber deutlich mehr, als der Markt erwartet hatte.
Prognose zum wiederholten Mal angehoben
Konzernchef Robert Davis rechnet für 2026 nun mit einem Umsatz von 66,8 bis 67,3 Milliarden Dollar. Im August lag die Spanne noch bei 66,3 bis 67,3 Milliarden. Den bereinigten Gewinn je Aktie sieht das Management bei 2,77 bis 2,82 Dollar, zuvor waren es 2,66 bis 2,76 Dollar.
Die Anleger reagierten freundlich. Vorbörslich lag die Aktie zeitweise gut zwei Prozent im Plus bei 144 Dollar, im frühen US-Handel stieg sie um fast fünf Prozent.
Der Blick auf 2028
Die starken Zahlen überdecken eine strukturelle Aufgabe. Der Patentschutz für Keytruda läuft ab 2028 aus, dann drohen Umsatzeinbußen durch Konkurrenzprodukte. MSD investiert deshalb Milliarden in Zukäufe und Lizenzen, um das Portfolio zu verbreitern. Die SciBunch-Vereinbarung ist ein Beispiel dafür: Sie kostet kurzfristig Gewinn, soll aber die Pipeline für die Zeit nach Keytruda stärken.
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