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MSCI World ETF: Rekordhoch trotz Alphabet- und Tesla-Einbruch

Breite Indizes erreichen neue Höchststände, während Alphabet und Tesla nach Quartalszahlen fallen. Die Ausgabenoffensive der Tech-Riesen beflügelt jedoch Halbleiterwerte.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Zinssenkungssignale treiben Indizes auf Rekorde
  • Alphabet und Tesla enttäuschen nach Zahlen
  • Hohe Investitionen belasten Cashflow der Tech-Konzerne
  • Halbleiteraktien profitieren von Ausgabenplänen

Die globalen Aktienmärkte haben Ende Juli einen bemerkenswerten Spagat vollzogen. Auf der einen Seite trieben Zinssenkungssignale der Notenbanken breite Indizes auf neue Höchststände, auf der anderen Seite sorgten enttäuschende Reaktionen auf die Zahlen von Alphabet und Tesla für Nervosität bei den größten Einzelwerten vieler international gestreuter Portfolios. Für einen Fonds wie den MSCI World, der Aktien aus Industrieländern breit abbildet, ergibt sich damit ein zweigeteiltes Bild: Der breite Markt läuft, während ausgerechnet die schwergewichtigen Technologiewerte belasten.

Rekordstände dank Zinsfantasie

Der S&P 500 kletterte um 1,8 Prozent auf ein Rekordhoch, der europäische Stoxx 600 legte 1,2 Prozent zu, und der japanische Nikkei gewann 0,9 Prozent. Getragen wurde die Rally von Signalen für bevorstehende Zinssenkungen: Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen fiel um 10 Basispunkte, der Dollar-Index gab um 0,6 Prozent nach. Zusätzlichen Rückenwind lieferte die laufende Berichtssaison, in der rund 75 Prozent der S&P-500-Unternehmen die Gewinnerwartungen der Analysten übertrafen. Diese breite Beteiligung an der Aufwärtsbewegung ist für global anlegende Fonds von Bedeutung, da sie nicht nur von einzelnen Branchen, sondern von der Breite des Marktes profitieren.

Alphabet und Tesla bremsen die Tech-Euphorie

Ein Gegenpol zur allgemeinen Marktfreude kam ausgerechnet von den Schwergewichten der Technologiebranche. Alphabet meldete für das zweite Quartal einen Umsatz von 119,8 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr, angetrieben von einem Cloud-Wachstum von 82 Prozent. Dennoch reagierten Anleger verschreckt: Der Konzern hob seine Investitionsausgaben für das laufende Jahr auf bis zu 205 Milliarden US-Dollar an, nachdem im zweiten Quartal bereits 44,9 Milliarden US-Dollar investiert wurden, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahresquartal. Der freie Cashflow rutschte dadurch erstmals seit 2004 mit 5,9 Milliarden US-Dollar ins Minus. Die Aktie verlor nachbörslich zwischen 3 und 4 Prozent.

Auch Tesla enttäuschte trotz eines Umsatzwachstums von 26 Prozent auf 28,24 Milliarden US-Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie von 0,33 US-Dollar verfehlte die Analystenschätzungen deutlich, die operative Marge sackte von 4,1 auf 1,4 Prozent ab. Auch hier trieben massiv gestiegene Forschungs- und Investitionsausgaben die Kosten nach oben, das Capex-Volumen soll 2026 die Marke von 25 Milliarden US-Dollar übersteigen. Immerhin stiegen die Fahrzeugauslieferungen um 25 Prozent auf 480.216 Einheiten. Die Tesla-Aktie gab nachbörslich um 4,1 Prozent nach.

Halbleiterwerte als Nutznießer der Ausgabenoffensive

Nicht alle Marktteilnehmer sahen die steigenden Investitionsausgaben der großen Tech-Konzerne negativ. In Südkorea trieb die angehobene Capex-Prognose von Alphabet die Halbleiterwerte kräftig an: Der Kospi kletterte um 3,12 Prozent auf 7.010,07 Punkte, Samsung Electronics legte 3,26 Prozent zu, SK hynix sogar 4,15 Prozent. Ausländische Investoren kauften an diesem Handelstag netto Aktien im Wert von umgerechnet rund 592,7 Milliarden Won. In Malaysia dagegen blieb die Stimmung verhaltener: Der FBM KLCI notierte mit einem moderaten Plus von 3,01 Punkten bei 1.714,38 Zählern, während gleichzeitig der Ölpreis die Marke von 95 US-Dollar je Barrel überschritt und Anleger zur Vorsicht mahnte.

Für Anleger in breit gestreuten Weltaktienfonds zeigt der Handelstag exemplarisch, wie unterschiedlich die Kräfte wirken können: Makroökonomische Rückenwinde durch sinkende Zinserwartungen treffen auf hausgemachte Unsicherheit bei den größten Einzelpositionen der Indizes. Die Breite der Rally, gestützt durch drei von vier Unternehmen mit übertroffenen Gewinnschätzungen, dürfte kurzfristige Ausschläge einzelner Schwergewichte jedoch abfedern.

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Diskussion zu MSCI World ETF

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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