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MSCI World ETF: Microsoft und Amazon gewinnen 1,5 Billionen Dollar

Der MSCI World ETF beendet die Woche trotz gegenläufiger Tech-Kurse im Plus. Fed-Zinspause und anstehender US-Jobbericht prägen die Aussichten.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Microsoft und Amazon treiben Index
  • Apple und Meta belasten Gewichtung
  • Fed lässt Zinsen unverändert
  • Jobdaten könnten Kurse bewegen

Der MSCI World ETF hat die vergangene Handelswoche mit spürbarem Rückenwind abgeschlossen, obwohl sich die größten Indexschwergewichte in völlig unterschiedliche Richtungen bewegten. Der Fonds schloss am Freitag bei 203,37 US-Dollar. Grund für die Gemengelage ist die laufende Berichtssaison der US-Technologiekonzerne, die den breiten Weltindex in dieser Woche so stark bewegt hat wie selten zuvor.

Microsoft und Amazon treiben, Apple und Meta bremsen

Microsoft und Amazon lieferten die stärksten Kursimpulse. Microsoft verzeichnete nach Zahlen zum Cloud-Geschäft Azure, das laut Unternehmensangaben um 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr wuchs, den größten Tagesanstieg der Marktkapitalisierung in der Firmengeschichte und gewann in der Woche rund 600 Milliarden Dollar an Börsenwert hinzu. Amazon zog nach: Das Cloud-Segment AWS wuchs um 37 Prozent auf 42,2 Milliarden Dollar, das schnellste Tempo seit 18 Quartalen, und die Aktie sprang um mehr als 15 Prozent nach oben – der stärkste Tagesgewinn seit April 2012. Amazon-Chef Andy Jassy kündigte zudem an, die Investitionen in Rechenzentren und Künstliche Intelligenz 2026 auf 220 Milliarden Dollar zu erhöhen, da selbst für 2027 die Kapazitäten knapp blieben.

Auf der anderen Seite belasteten Apple und Meta die Gewichtung des Index. Apple verlor trotz eines Gewinns über den Erwartungen rund 7 Prozent, belastet von einer Prognose unterhalb der Konsensschätzungen und Engpässen bei Speicherbauteilen. Meta verfehlte die Gewinnerwartungen und musste einen Einbruch des freien Cashflows um 91 Prozent hinnehmen, während die Kosten für den KI-Ausbau schneller stiegen als der Umsatz. Zusammen kamen Alphabet, Amazon und Microsoft laut Marktbeobachtern in der vergangenen Woche auf einen kombinierten Wertzuwachs von fast 1,5 Billionen Dollar, während Apple und Meta deutliche Verluste an Marktkapitalisierung verzeichneten.

Fed-Kurs und Jobbericht als nächste Weichenstellung

Die US-Notenbank hatte ihre Sitzung am 29. Juli mit einer knappen 9-3-Abstimmung für eine Zinspause bei 3,5 bis 3,75 Prozent beendet. Am Terminmarkt rechnet man laut CME FedWatch mit einer Wahrscheinlichkeit von 82 Prozent für eine Zinserhöhung im September. PGIM-Ökonomin Katharine Neiss geht sogar von drei aufeinanderfolgenden Zinsschritten um jeweils 25 Basispunkte ab September aus, die den Leitzins bis Anfang 2027 auf 4,25 bis 4,50 Prozent treiben würden. Für Anleger im MSCI World ist das relevant, weil ein strafferer Zinspfad besonders die hoch bewerteten Technologiewerte im Index unter Druck setzen könnte.

Zusätzliche Richtung dürfte der US-Arbeitsmarktbericht für Juli geben, der am Freitag veröffentlicht wird. Ökonomen erwarten ein Plus von rund 90.000 Stellen gegenüber 57.000 im Vormonat, bei einer leicht steigenden Arbeitslosenquote von 4,3 Prozent. Ein deutlich schwächerer oder stärkerer Ausfall als erwartet könnte die Zinserwartungen und damit die Kursentwicklung des breiten Weltindex kurzfristig neu justieren.

Kurs nahe Rekordhoch trotz Volatilität

Trotz der jüngsten Turbulenzen an den Chipmärkten, wo Ende Juli Werte wie Nvidia und Micron innerhalb weniger Tage zusammen 1,3 Billionen Dollar an Marktwert verloren, zeigt sich der MSCI World ETF robust. Der Fonds notiert nur noch 4,11 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch und hat auf Zwölfmonatssicht ein Plus von 19,82 Prozent aufgebaut. Die Erholung von den Tiefständen im Spätsommer vergangenen Jahres unterstreicht, wie stark der Index von der Größe und dem Gewicht weniger Technologiekonzerne abhängt – ein Umstand, der die kommende Berichtssaison und die Zinsentscheidungen der Fed zu den entscheidenden Faktoren für die weitere Kursrichtung macht.

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Diskussion zu MSCI World ETF

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.