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MSCI World ETF: Alphabet-Zahlen am Mittwoch

Alphabet, Tesla und Intel bestimmen mit ihren Quartalsberichten die kurzfristige Entwicklung des MSCI World ETF.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • ETF notiert nahe 50-Tage-Linie
  • Alphabet, Tesla und Intel legen Zahlen vor
  • Ölpreis über 90 Dollar gestiegen
  • EZB-Entscheidung steht bevor

Der MSCI World ETF pendelt bei 201,93 US-Dollar – kaum verändert gegenüber dem Freitagsschluss von 201,90 US-Dollar. Diese Ruhe täuscht. Diese Woche entscheiden Alphabet, Tesla und Intel mit ihren Quartalszahlen über die Richtung des Fonds für die kommenden Wochen.

Der Fonds notiert 4,79 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 212,08 US-Dollar vom 12. Juni. Auf Zwölfmonatssicht steht trotzdem ein Plus von 18,89 Prozent, seit Jahresbeginn sind es 8,70 Prozent. Die Stagnation der vergangenen Tage wirkt wie eine Pause vor dem eigentlichen Ereignis.

Big Tech im Rampenlicht

Alphabet legt am Mittwoch nach US-Börsenschluss Zahlen vor. Der Konzern zählt zu den größten Positionen im MSCI World und liefert direkte Signale zur Stärke der KI-Investitionen.

Auch Intel und Texas Instruments berichten diese Woche – beide Werte geben Aufschluss über die Nachfrage in der Chipbranche. Tesla, American Express und der Rüstungskonzern RTX runden den Reigen der wichtigen Berichte ab. Da Alphabet, Tesla und Intel allesamt Bestandteile des Index sind, den der ETF abbildet, wirken ihre Resultate unmittelbar auf den Fondskurs.

Chipwerte legten am Montag bereits im Vorfeld der Berichte zu. Das kommt nach einer schwierigen Phase für den Sektor: Der VanEck Semiconductor ETF verzeichnete in den vergangenen vier Wochen den dritten Wochenverlust – ein Rückgang von fast 9 Prozent.

Öl und Geopolitik sorgen für Unruhe

Frische US-Luftschläge gegen Iran halten die geopolitischen Risiken hoch. Die Brent-Ölsorte überschritt am Wochenende erstmals seit Juni die Marke von 90 US-Dollar pro Barrel. Grund dafür waren eskalierende Spannungen im Nahen Osten, darunter eingeschränkte Schifffahrt in der Straße von Hormus.

Parallel dazu kletterten die Renditen 30-jähriger US-Staatsanleihen über 5,0 Prozent. Das setzt Aktienbewertungen zusätzlich unter Druck.

Trotz dieser Gegenwinde starteten US-Aktien fester in die Woche. Der Dow Jones legte am Montagmorgen 0,3 Prozent zu, der S&P 500 gewann 0,5 Prozent, der Nasdaq Composite sprang um fast 0,8 Prozent nach oben. Die Ölpreise gaben nach dem Sprung über 90 Dollar wieder leicht nach.

EZB-Entscheidung als weiterer Faktor

Die Europäische Zentralbank tagt später in dieser Woche und dürfte zusätzlich auf die globale Stimmung wirken. Der Markt preist eine Wahrscheinlichkeit von 84 Prozent ein, dass die EZB den Einlagensatz bei 2,25 Prozent hält – nach der Zinserhöhung im Juni.

Eine vorübergehende Entspannung bei den Energiepreisen hatte die Inflationsaussichten im Euroraum zuletzt etwas verbessert. Die neuen Spannungen zwischen den USA und Iran könnten diesen Effekt jedoch wieder zunichtemachen. Für die Juli-Entscheidung dürfte das aber kaum den Ausschlag geben – die Notenbanker wollen wohl erst abwarten, wie die Wirtschaft die Straffung vom Juni verarbeitet.

Charttechnik bleibt neutral

Der ETF notiert nahe seinem 50-Tage-Durchschnitt von 202,19 US-Dollar und deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt von 190,21 US-Dollar – ein Abstand von 6,16 Prozent. Der RSI von 48,8 zeigt eine neutrale Marktdynamik, weder überkauft noch überverkauft. Das lässt Raum für eine scharfe Bewegung in beide Richtungen, sobald Alphabet, Tesla und Intel ihre Zahlen präsentieren.

Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 13,46 Prozent. Sie spiegelt die unruhigen Bedingungen wider, die aus der Überlagerung von Berichtssaison, Ölpreis-Turbulenzen und Zentralbankpolitik entstehen.

Die bisherige Berichtssaison stimmt optimistisch: Die großen US-Banken haben die Erwartungen für das zweite Quartal deutlich übertroffen. Analysten rechnen für die S&P-500-Unternehmen insgesamt mit einem Gewinnwachstum von mehr als 20 Prozent. Diese Stärke der Unternehmensgewinne trifft in den kommenden Tagen auf geopolitische Risiken und Zinssorgen – und macht den MSCI World zum Prüfstein dafür, welche Kraft am Ende überwiegt.

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Diskussion zu MSCI World ETF

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.