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MSCI World ETF: 10. Juni CPI im Fokus

Starke US-Arbeitsmarktdaten belasten globale Aktienmärkte. Der MSCI World ETF verliert 2,57 Prozent, besonders Technologiewerte geraten unter Druck.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • US-Jobbericht übertrifft Erwartungen deutlich
  • MSCI World ETF fällt um 2,57 Prozent
  • Technologiesektor als Hauptverlierer
  • Fed-Kurs und Inflation im Fokus

Ein stärker als erwarteter US-Arbeitsmarktbericht hat am Freitag die globalen Aktienmärkte unter Druck gesetzt. Der MSCI World ETF schloss bei 200,38 USD — ein Tagesverlust von 2,57 Prozent, der die Breite des Ausverkaufs widerspiegelt.

Jobsdaten treffen einen US-lastigen Fonds

Der Auslöser war der US-Beschäftigungsbericht für Mai: 172.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft bei einer Arbeitslosenquote von 4,3 Prozent. Stärker als erwartet — und damit ein Signal, dass die Federal Reserve ihren restriktiven Kurs länger halten oder sogar verschärfen könnte. Der S&P 500 verlor 2,6 Prozent, der Nasdaq Composite brach um 4,2 Prozent ein. Es war der schlechteste Handelstag für US-Aktien seit Oktober.

Für den MSCI World ETF ist das besonders relevant, weil US-Werte 72,46 Prozent des Portfolios ausmachen. Der Technologiesektor ist mit 30,96 Prozent das größte Segment — genau jene Aktien, die bei steigenden Zinserwartungen am stärksten unter Druck geraten. Der Fonds hält 1.285 Titel aus entwickelten Märkten weltweit, doch der Transmissionskanal war klar: US-Mega-Caps und Tech.

Fondsstruktur bleibt stabil

BlackRock wies den NAV zum 5. Juni mit 200,05 USD aus, bei einem Tagesrückgang von 2,64 Prozent. Das Nettovermögen des Fonds beträgt rund 8 Milliarden USD. Der 30-Tage-Median-Geld-Brief-Spread lag bei 0,06 Prozent — ein Hinweis darauf, dass die Handelsliquidität auch in der Risk-off-Session intakt blieb.

Technisch gesehen hält sich der Fonds in neutralem Terrain. Über sieben Tage steht ein Minus von 2,22 Prozent, über 30 Tage sind es lediglich 0,12 Prozent. Der 14-Tage-RSI liegt bei 50,6, die annualisierte 30-Tage-Volatilität bei 13,36 Prozent. Von einem anhaltenden Abwärtstrend kann noch keine Rede sein.

Vergleich mit ACWI und Nicht-US-Produkten

Freitags Druck traf auch andere globale ETFs — und zeigt, wo die Unterschiede liegen. Der iShares MSCI ACWI ETF, der neben entwickelten auch Schwellenländer abdeckt, verzeichnete einen NAV-Rückgang von 3,11 Prozent. Seine US-Gewichtung liegt mit 63,53 Prozent niedriger als beim MSCI World ETF, weil Märkte wie Taiwan, Südkorea, China und Indien das Portfolio breiter streuen. Die Kostenquote ist mit 0,32 Prozent höher als die 0,24 Prozent des MSCI World ETF.

Noch deutlicher traf es den iShares Core MSCI Total International Stock ETF (IXUS), der US-Aktien komplett ausschließt: minus 3,71 Prozent an einem einzigen Tag. Das zeigt, dass der Ausverkauf nicht auf US-Technologie beschränkt blieb — auch internationale Märkte gerieten unter Druck.

Inflationsdaten und Fed-Entscheidung als nächste Wegmarken

Die nächsten Wochen werden zeigen, ob der Zinsschock vom Freitag ein Einzelereignis bleibt oder sich verfestigt. Am Mittwoch, 10. Juni, veröffentlicht das Bureau of Labor Statistics den Mai-Verbraucherpreisindex, einen Tag später folgen die Erzeugerpreise. Die Fed tagt am 16. und 17. Juni — das Datenfenster bis dahin ist eng.

Entscheidend ist, ob der Druck auf den Technologiesektor beschränkt bleibt oder auf Finanzwerte (15,20 Prozent Portfolioanteil), Industrie (11,25 Prozent) und Konsumgüter (8,88 Prozent) übergreift. Bestätigen die Inflationsdaten den Jobsbericht, dürfte die Diskussion über eine weitere Fed-Straffung die entwickelten Aktienmärkte auch in der kommenden Woche belasten.

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Diskussion zu MSCI World ETF

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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