Der Indexanbieter MSCI baut sein Geschäft mit Finanzderivaten aus und sorgt gleichzeitig für Klarheit im Umgang mit Krypto-Unternehmen. Während neue Handelsinstrumente an der New York Stock Exchange starten, wendet das Unternehmen durch eine Grundsatzentscheidung potenzielle Milliarden-Abflüsse im Digital-Asset-Sektor ab. Damit rücken strukturelle Fragen zur Zusammensetzung der globalen Benchmarks in den Fokus der Anleger.
Derivate-Offensive an der NYSE
Seit Mittwoch werden an der Plattform NYSE Arca Options neue Handelsmöglichkeiten für zwei der bedeutendsten Indizes des Hauses angeboten: den MSCI Emerging Markets und den MSCI EAFE Index. Dieser Schritt ermöglicht es institutionellen Investoren, ihre internationalen Portfolios präziser abzusichern oder gezielte Risikostrategien umzusetzen. Für MSCI bedeutet dies eine tiefere Integration seiner Produkte in den globalen Derivatemarkt und eine Erweiterung der Reichweite seiner Benchmark-Instrumente.
Krypto-Ausschluss vorerst vom Tisch
Hinter den Kulissen endete zudem eine Debatte, die den Markt monatelang beschäftigt hatte. Doch warum löste die mögliche Neuerung solche Unruhe aus? MSCI hatte ursprünglich erwogen, sogenannte „Digital Asset Treasury Companies“ (DATCOs) aus seinen Indizes auszuschließen. Dabei handelt es sich um Unternehmen, die mehr als die Hälfte ihres Vermögens in Kryptowährungen wie Bitcoin halten.
Ein solcher Ausschluss hätte nach Berechnungen von Marktanalysten erhebliche Folgen gehabt. Schätzungen gingen davon aus, dass die daraus resultierende Index-Umschichtung automatisierte Verkäufe durch passiv verwaltete Fonds in Höhe von 10 bis 15 Milliarden US-Dollar ausgelöst hätte.
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Anfang Januar entschied sich MSCI jedoch gegen diesen Schritt und behält den Status quo vorerst bei. Der Indexanbieter reagierte damit auf umfangreiches Feedback von Investoren. Statt eines sofortigen Ausschlusses plant das Unternehmen nun eine breitere Untersuchung darüber, wie Beteiligungsgesellschaften und operative Unternehmen grundsätzlich voneinander unterschieden werden sollten. Dies nimmt den unmittelbaren Verkaufsdruck von den betroffenen Konzernen und stabilisiert die Index-Zugehörigkeit großer Krypto-Halter.
Marktreaktion und Ausblick
Die Aktie reagiert am Donnerstag verhalten und notiert bei 469,60 Euro leicht im Minus, womit sie rund 17 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch verbleibt.
Die Entscheidung gegen den Krypto-Ausschluss beseitigt eine erhebliche Unsicherheit für den Markt der Digital-Assets und verhindert mechanische Verkäufe durch Indexfonds. Für MSCI steht nun die langfristige Forschung zur Kategorisierung von Holding-Gesellschaften im Vordergrund, während die neuen Derivateprodukte die operative Relevanz der eigenen Indizes im institutionellen Handel stärken.
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