Die Aktie von MP Materials musste am Freitag einen Rückschlag hinnehmen. Nachdem das Papier des Seltene-Erden-Produzenten in den vergangenen Wochen eine deutliche Erholung verzeichnet hatte, sorgte eine skeptische Analystenstimme für Gewinnmitnahmen. Das Unternehmen, das die Mountain-Pass-Mine in Kalifornien betreibt, schloss im deutschen Handel bei 48,65 Euro und verlor damit 4,0 Prozent an Wert.
Bewertungssorgen nach kräftigem Wertzuwachs
Hintergrund der jüngsten Kursabgaben ist eine Herabstufung durch Zacks Research. Die Analysten senkten ihre Einschätzung gestern von „Hold“ auf „Strong Sell“. Als wesentlichen Grund führten sie die Bewertung des Unternehmens an, die sich durch die vorangegangene Kursrally deutlich verteuert habe. Tatsächlich kletterte die Aktie innerhalb der letzten 30 Tage um 47 Prozent nach oben.
Medienberichten zufolge wird am Markt kritisch hinterfragt, ob dieser rasante Anstieg durch die operativen Kennzahlen gedeckt ist. Insbesondere der aktuell noch negative freie Cashflow des Unternehmens kontrastiert mit der hohen Marktkapitalisierung. Obwohl die Aktie seit Jahresbeginn ein Plus von 9,6 Prozent aufweist, notiert sie noch immer deutlich unter ihrem Niveau aus dem Vorjahr.
Strategische Fortschritte und Staatsaufträge
Trotz der kurzfristigen Skepsis meldete MP Materials zuletzt operative Erfolge. Am Mittwoch gab das Unternehmen den Abschluss eines mehrjährigen Liefervertrags über Gadoliniumoxid bekannt.
Der Abnehmer ist ein bedeutender US-amerikanischer Hersteller aus der Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigungsindustrie. Für MP Materials bedeutet dieser Abschluss im neunstelligen Dollar-Bereich eine strategische Erweiterung des Portfolios hin zu höherwertigen Produkten in der nachgelagerten Lieferkette.
Bereits Anfang August hatte das Unternehmen die Zahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt. Laut Reuters konnte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 89 Prozent auf 108,5 Millionen Dollar gesteigert werden, womit die Erwartungen der Analysten übertroffen wurden. Der bereinigte Verlust pro Aktie lag mit 0,01 Dollar im Rahmen der Prognosen.
Unterstützt wurde das Ergebnis durch Zahlungen des US-Verteidigungsministeriums. Mitte August bestätigte das Unternehmen den Erhalt von 17,6 Millionen Dollar aus einem Preisschutzabkommen, da die Marktpreise für Neodym-Praseodym (NdPr) unter einer festgelegten Schwelle geblieben waren.
Gemischte Signale durch Analysten und Insider
In der Analystenzunft herrscht derzeit Uneinigkeit über die weitere Entwicklung. Während Zacks Research zur Vorsicht mahnt, halten andere Häuser an ihren optimistischen Einschätzungen fest. Matt Summerville von D.A. Davidson bekräftigte am 21. August seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 82,00 Dollar. Er setzt dabei auf das Erreichen einer jährlichen Produktionsrate von 6.000 Tonnen NdPr-Oxid bis Ende 2026.
Auch Morgan Stanley zeigte sich am 19. August mit einer „Overweight“-Einstufung und einem Kursziel von 73,00 Dollar zuversichtlich. Die Experten verwiesen auf die operativen Fortschritte und die staatliche Unterstützung.
Demgegenüber steht jedoch ein Trend zu Insiderverkäufen. In den vergangenen zwölf Monaten veräußerten Firmeninsider Aktien im Wert von rund 157,1 Millionen Dollar, während Käufe lediglich in einem Volumen von 1,5 Millionen Dollar verzeichnet wurden.
Zudem nimmt der Wettbewerb im Sektor der kritischen Mineralien zu. Während der australische Konkurrent Lynas Rare Earths Pläne für einen Ausbau der globalen Lieferkette vorantreibt, sicherte sich das Recyclingunternehmen Cyclic Materials am Donnerstag frisches Kapital in Höhe von 75 Millionen Dollar, um die US-Produktionsinfrastruktur zu stärken.
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