Morgan Stanley rechnet für die zweite Jahreshälfte 2027 mit einer Rückkehr des Goldpreises über die Marke von 5.000 Dollar je Feinunze. Trotz Gegenwind durch teure Staatsanleihen und einen festen US-Dollar stützen vor allem Notenbankkäufe sowie Zuflüsse in Fonds den Markt oberhalb von 4.000 Dollar. Rücksetzer bieten nach Einschätzung der US-Bank eine Gelegenheit, bestehende Positionen auszubauen.
Gegenwind am Anleihemarkt
Das makroökonomische Umfeld bremst das zinslose Edelmetall derzeit spürbar aus. Langfristige Anleiherenditen verharren auf dem höchsten Niveau seit zwei Jahrzehnten, während parallel dazu steigende Ölpreise für anhaltenden Inflationsdruck sorgen. Auch der stärkere Dollar verteuert Gold für Käufer außerhalb der Vereinigten Staaten.
Amy Gower, Rohstoffstrategin bei Morgan Stanley, stuft diese Belastungsfaktoren jedoch als vorübergehend ein. Über längere Zeiträume verliere die statistische Kopplung zwischen dem Dollarkurs und dem Goldpreis an Bedeutung. In ausgeprägten Unsicherheitsphasen suchen Marktteilnehmer häufig in beiden Anlageklassen Schutz, wodurch Währung und Edelmetall parallel steigen können.
Zentralbanken stützen das Preisniveau
Den verlässlichen Boden unter dem Markt bildet die robuste physische Nachfrage. Vor allem Währungshüter aus Schwellenländern wie China und Polen stocken ihre Reserven auf, um sich gegen geopolitische Risiken abzusichern. Chinas Goldeinfuhren steuern auf das höchste Niveau seit 2017 zu.
Bemerkenswert bleibt die Entwicklung bei börsengehandelten Indexfonds. Obwohl diese Produkte bei steigenden Zinsen gewöhnlich unter Abflüssen leiden, verzeichnen Gold-ETFs jüngst neue Zukäufe.
Zusätzliche Dynamik könnte entstehen, sobald die Anleiherenditen wieder nachgeben oder der Ölpreis sinkt. Längerfristig anhaltend hohe oder weiter steigende US-Zinsen bleiben nach Einschätzung von Morgan Stanley das zentrale Risiko für diese Prognose.
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