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MOL Aktie: Fronten verhärtet

Die MOL Group hat wegen überhöhter Transitgebühren Beschwerde bei der EU gegen JANAF eingereicht. Gleichzeitig starten Kapazitätstests, um die Raffinerien unabhängig von russischen Pipeline-Importen zu machen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Beschwerde bei EU wegen angeblichen Monopolmissbrauchs
  • Druschba-Pipeline-Ausfall erhöht Versorgungsdruck
  • Kapazitätstests für Adria-Pipeline starten im März
  • Aktie zeigt erhöhte Volatilität und Kursverluste

Der Streit um die mittelosteuropäische Ölversorgung erreicht eine neue Eskalationsstufe. Mit einer offiziellen Beschwerde bei der EU-Kommission setzt die ungarische MOL Group den kroatischen Betreiber JANAF unter Druck, um die Rohölzufuhr für ihre Raffinerien abzusichern. Hintergrund ist der Vorwurf des Monopolmissbrauchs in einer Phase, in der die traditionellen Lieferwege über die Druschba-Pipeline blockiert sind.

Vorwurf des Monopolmissbrauchs

MOL und die Tochtergesellschaft Slovnaft werfen dem kroatischen Pipeline-Betreiber vor, seine marktbeherrschende Stellung auszunutzen. Konkret geht es um deutlich überhöhte Transitgebühren und Verzögerungen bei der Durchleitung von auf dem Seeweg geliefertem russischem Öl. Da die Druschba-Pipeline seit dem 27. Januar 2026 unterbrochen ist, sind die betroffenen Raffinerien auf den Transit über Kroatien angewiesen.

JANAF weist die Anschuldigungen zurück und wirft MOL wiederum vor, lediglich kommerzielle Vorteile aus vergünstigtem russischem Öl ziehen zu wollen. Da aktuell kein unterzeichneter Vertrag besteht, finden die Lieferungen in einem rechtlich ungesicherten Umfeld statt, was das operative Risiko für den Energiekonzern erhöht.

Suche nach Alternativen

Doch kann MOL die strategisch wichtigen Raffinerien in Ungarn und der Slowakei dauerhaft ohne die Druschba-Pipeline effizient auslasten? Eine Antwort darauf sollen umfangreiche Kapazitätstests an der Adria-Pipeline liefern, die am 11. März 2026 beginnen. Diese auf zehn Monate angelegten Tests sind ein Kernbestandteil der Strategie, bis Ende 2027 vollständig unabhängig von russischen Pipeline-Importen zu werden.

Die Dringlichkeit dieser Maßnahmen wurde zuletzt durch Aussagen aus der Ukraine unterstrichen. Präsident Wolodymyr Selenskyj stellte am 5. März klar, dass eine Wiederherstellung der defekten Druschba-Leitung noch ein bis anderthalb Monate beanspruchen könnte.

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Marktreaktion und charttechnische Lage

An der Börse spiegeln sich die Versorgungsunsicherheiten in einer erhöhten Volatilität wider. Die Aktie schloss am Freitag bei 3.680,00 HUF, was einem leichten Tagesverlust von 1,39 % entspricht. Damit summieren sich die Kursverluste auf Sicht von 30 Tagen auf rund 10,5 %.

Obwohl sich das Papier in der letzten Woche mit einem Plus von 4,66 % etwas stabilisieren konnte, mahnt die technische Lage zur Vorsicht. Der Relative-Stärke-Index (RSI) ist auf 70,3 gestiegen, was auf eine kurzfristig überkaufte Situation hindeutet. Mit einem Abstand von etwa 10 % zum 52-Wochen-Hoch kämpft der Titel derzeit darum, den Boden über dem 50-Tage-Durchschnitt von 3.589,20 HUF zu festigen.

Die kommenden Wochen werden richtungsweisend: Am 11. März starten die Kapazitätstests an der Adria-Pipeline, deren erste Ergebnisse über die tatsächliche Versorgungssicherheit entscheiden. Parallel dazu wird die Reaktion der EU-Wettbewerbshüter auf die Beschwerde gegen JANAF darüber bestimmen, ob MOL seine Transportkosten kurzfristig senken kann oder ob die Margen durch die hohen Transitgebühren weiter belastet bleiben.

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