Trotz medizinischer Erfolge bei der Behandlung von Hautkrebs sieht sich Moderna mit einer kritischen Analysteneinschätzung konfrontiert. Am 03. September stufte Simon Baker, Analyst bei Rothschild & Co., die Aktie von „Neutral“ auf „Sell“ herab.
Baker bezeichnete die jüngsten Daten zum Melanom-Wirkstoff zwar als zweifellos gut, warnte jedoch vor einer überzogenen Marktreaktion. Trotz einer Anhebung seines Kursziels von 40 auf 81 US-Dollar an der Nasdaq sieht der Experte das aktuelle Bewertungsniveau als nicht gerechtfertigt an.
Analysten warnen vor überzogener Marktreaktion
Die Einschätzung von Rothschild & Co. steht im Kontrast zu anderen Marktteilnehmern wie Wolfe Research, die das Papier vor rund zwei Wochen noch hochgestuft hatten. Baker begründete seine Skepsis damit, dass die Euphorie über die klinischen Fortschritte fundamentale Risiken überlagere.
Während die medizinische Pipeline zwar werthaltige Ergebnisse liefere, reiche dies nach Ansicht des Analysten nicht aus, um den massiven Kursanstieg der vergangenen Monate zu stützen.
Im heutigen Handel notiert die Aktie bei 116,50 €. Seit Jahresbeginn konnte der Wert bereits um 339 % zulegen, was die Skepsis bezüglich einer möglichen Überbewertung nährt. Vom 52-Wochen-Hoch bei 149,62 €, das am 19. August erreicht wurde, trennen den Kurs derzeit rund 22 %.
Neue Phase-3-Daten zur Krebs-Immuntherapie
Die klinische Entwicklung schreitet unterdessen weiter voran. Am 19. August vermeldeten Merck und Moderna neue Topline-Ergebnisse der Phase-3-Studie INTerpath-001. Die Untersuchung umfasst 1.137 Patienten mit vollständig operiertem Hautkrebs in den Stadien IIB bis IV. Dabei erreichte die Kombination aus der mRNA-basierten Therapie Intismeran und dem Wirkstoff Pembrolizumab sowohl den primären Endpunkt des rückfallfreien Überlebens als auch den wichtigen sekundären Endpunkt des fernmetastasierungsfreien Überlebens.
Das Programm wurde so konzipiert, dass die Patienten alle drei Wochen eine Dosis von 1 Milligramm Intismeran sowie alle sechs Wochen 400 Milligramm Pembrolizumab erhielten. Laut Unternehmensangaben handelt es sich um die erste erfolgreiche Phase-3-Studie für eine individualisierte Neoantigen-Therapie auf mRNA-Basis.
Über das Melanom-Programm hinaus umfasst das INTerpath-Projekt insgesamt neun klinische Studien, die unter anderem Anwendungen bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs, Blasenkrebs und Nierenzellkarzinomen untersuchen.
Kapitalerhöhung über Wandelanleihen abgeschlossen
Parallel zu den klinischen Fortschritten hat Moderna seine finanzielle Basis verbreitert. Wie aus Pflichtmitteilungen an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht, schloss das Unternehmen vor gut einer Woche die Platzierung einer Wandelanleihe mit einem Gesamtvolumen von 2,6 Milliarden US-Dollar ab.
Das Angebot wurde aufgrund der hohen Nachfrage von ursprünglich 2,0 Milliarden US-Dollar aufgestockt. Die bis zum Jahr 2032 laufenden Papiere sind mit einem Kupon von 0,00 % ausgestattet.
Der Nettoerlös aus der Emission beläuft sich auf rund 2,56 Milliarden US-Dollar. Die Anleihen wurden mit einer Wandlungsprämie von etwa 47,5 % auf den Referenzkurs vom 27. August ausgegeben. Während das Unternehmen frisches Kapital für die Forschung und Entwicklung einsammelt, gab es im Management zuletzt Abgaben.
Medienberichten zufolge veräußerte der Präsident von Moderna am 15. Juli in mehreren Transaktionen Anteile im Gesamtwert von rund 4,6 Millionen US-Dollar, wobei die Verkäufe über 77 % des Volumens dieser Transaktionen ausmachten.
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