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Moderna Aktie: Intismeran senkt Melanom-Risiko

Moderna-Aktie steigt nach positiven Studiendaten zum mRNA-Krebsimpfstoff. Analysten heben Kursziele an, weitere Ergebnisse in anderen Krebsarten werden erwartet.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Positive Studiendaten zu Krebsimpfstoff
  • Analysten erhöhen Kursziele massiv
  • Weitere Ergebnisse in anderen Krebsarten erwartet
  • Aktie korrigiert nach starkem Anstieg

Wenn eine Aktie binnen Wochen von der Wall Street im Dutzend hochgestuft wird, lohnt sich der zweite Blick. Bei Moderna ist genau das passiert – und unterm Strich halte ich die Rally für fundamental begründet, aber nicht für abgeschlossen bewertet.

Auslöser war die Meldung vom 19. August: Moderna und Merck berichteten, dass ihr personalisierter mRNA-Krebsimpfstoff intismeran in einer späten Studienphase das Rückfall- und Ausbreitungsrisiko bei Melanom-Patienten senkte. Reuters berichtete, die Nachricht habe Moderna-Aktien in die Höhe schießen lassen und gleich den gesamten Gesundheitssektor mitgezogen.

Die Zwischenanalyse erreichte laut Reuters ihre Studienziele – ein Befund, der über den einzelnen Handelstag hinausweist, weil er das Grundprinzip der mRNA-Onkologie-Plattform von Moderna erstmals in einer fortgeschrittenen Studie bestätigt.

Warum die Analystenzunft geschlossen umschwenkte

Was mich an der Entwicklung mehr überzeugt als der Kurssprung selbst, ist die Breite der Reaktion im Analystenlager. Am 19. August stufte BofA Securities die Aktie von „underperform“ auf „neutral“ hoch und hob das Kursziel von 40 auf 170 Dollar an – eine der deutlichsten Kehrtwenden, die man bei einem großen Haus sehen kann.

Am selben Tag zog Goldman Sachs das Ziel von 67 auf 120 Dollar nach, blieb aber bei „neutral“. Morgan Stanley erhöhte am 19. August auf 89 von 39 Dollar und beließ es bei „equalweight“.

In den Folgetagen setzte sich das Muster fort: Am 20. August hoben UBS und Jefferies ihre Ziele jeweils auf 150 Dollar an, Piper Sandler ging mit einem „overweight“-Rating sogar auf 167 Dollar. JPMorgan blieb am 21. August bei „underweight“, erhöhte das Ziel aber immerhin auf 77 von 40 Dollar. Barclays markierte mit einer Anhebung auf 125 von 48 Dollar am 24. August den bislang jüngsten Nachzügler dieser Welle.

Bemerkenswert finde ich, dass selbst die skeptischsten Häuser – JPMorgan mit „underweight“, Goldman und UBS mit „neutral“ – ihre Kursziele massiv anhoben, ohne ihre grundsätzlich zurückhaltende Einstufung aufzugeben. Das liest sich für mich wie ein kollektives Eingeständnis: Die Daten sind besser als erwartet, aber die kommerzielle Übersetzung in Umsatz bleibt ungewiss.

Mehr als nur Melanom

Reuters berichtete zudem, Merck und Moderna rechneten in den kommenden ein bis zwei Jahren mit weiteren Studienergebnissen zu Blasen-, Nieren-, Bauchspeicheldrüsen- und Magenkrebs. Genau darin liegt für mich der eigentliche Wert der Story: Melanom ist der Beweis, dass das Prinzip funktioniert – die Frage ist, ob es sich auf andere Tumorarten übertragen lässt.

Bestätigen sich positive Signale in weiteren Indikationen, dürfte das den adressierbaren Markt für die Plattform vervielfachen. Bleiben sie aus, wirkt die aktuelle Bewertung überzogen.

Charttechnisch heiß gelaufen, fundamental offen

Der Kurs zeigt die Kehrseite der Euphorie: Nach dem massiven Anstieg der vergangenen Wochen verlor die Aktie zuletzt an Schwung, der Schlusskurs von 135,86 Euro am Dienstag lag rund 9,2 Prozent unter dem erst kürzlich erreichten 52-Wochen-Hoch. Ein Rücksetzer nach einer derart heftigen Bewegung überrascht mich nicht – er spricht eher für eine Verdauungsphase als für ein Ende der Story.

Für mich überwiegen die Argumente für eine grundsätzlich intakte Neubewertung: Die Studiendaten sind real, die Zustimmung der Analystenschaft ist breit abgestützt, und die kommenden Ausleseergebnisse in weiteren Krebsarten liefern klare, überprüfbare Meilensteine.

Gleichzeitig mahnt die schiere Bandbreite der Kursziele – von 77 bis 170 Dollar – zur Vorsicht: Selbst die Experten sind sich uneins, wie viel dieser Fantasie schon eingepreist ist.

Wer die Aktie beobachtet, sollte weniger auf den nächsten Kurssprung schauen als auf die angekündigten Studienauslesungen der nächsten ein bis zwei Jahre. Sie werden zeigen, ob aus einem Hoffnungswert eine tragfähige Wachstumsstory wird.

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Diskussion zu Moderna

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.