Die Gründer bleiben an Bord, der Markt flüchtet trotzdem. Während das Management seine Haltefrist freiwillig verlängerte, brach der Kurs des KI-Spezialisten MiniMax am Donnerstag massiv ein. 45 Prozent aller Aktien kamen erstmals seit dem Börsengang in den freien Handel.
Die Notierung sackte um 21,98 Prozent auf 32,30 Euro ab. Damit markiert das Papier ein neues Jahrestief. Seit dem Höchststand im März verlor die Aktie bereits über 77 Prozent an Wert.
Lock-up-Ende flutet den Markt
Am 9. Juli lief die Haltefrist für einen Großteil der Anteilseigner ab. Zwar versicherten über 80 Prozent der Großaktionäre vorab ihr langfristiges Engagement. Das gestiegene Angebot traf jedoch auf eine nervöse Nachfrage.
Parallel dazu belastet eine aggressive Preisstrategie die Bewertung. MiniMax halbierte zuletzt die Preise für seine API-Schnittstellen. JPMorgan stufte die Aktie daraufhin herab, da geringere Umsätze pro Nutzer drohen.
Technologische Offensive im Sommer
Das Unternehmen setzt nun auf technologische Fortschritte. Im dritten Quartal soll das neue Sprachmodell M3Pro erscheinen. Mit 2,7 Billionen Parametern würde es alle aktuellen chinesischen Konkurrenten übertreffen.
Noch in diesem Monat plant MiniMax die Vorstellung des Videomodells H3. Investoren achten dabei verstärkt auf die Monetarisierung. Der Kapitalmarkt verlangt bei KI-Werten zunehmend nach echten Gewinnen statt reinem Technologievorsprung.
Im August wartet die nächste wichtige Entscheidung. Dann könnte MiniMax in den Stock Connect Index aufrücken. Diese Aufnahme würde den Zugang zu neuem Kapital aus Festlandchina ermöglichen.
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