Für Aktionäre von Microvast Holdings hat sich die Lage am Freitag weiter zugespitzt. Die Kanzlei Levi & Korsinsky kündigte eine Sammelklage gegen den Batteriehersteller an – zeitgleich rutschte die Aktie auf ein neues Jahrestief.
Vorwürfe der Kanzlei
Levi & Korsinsky hat vor US-Gerichten eine Wertpapierklage gegen Microvast Holdings eingereicht. Die Klage richtet sich an Investoren, die zwischen dem 1. April 2025 und dem 16. März 2026 Aktien des Unternehmens erworben haben. Im Kern wirft die Kanzlei dem Management vor, die Fähigkeit des Unternehmens überschätzt zu haben, seine Margenziele zu erreichen – Probleme bei Lagerbeständen und Lieferverzögerungen hätten dies verhindert. Zusätzlich soll Microvast den Fertigstellungsstand der Werkserweiterung Huzhou Phase 3.2 falsch dargestellt haben: Die Erweiterung sei entgegen den Aussagen des Unternehmens nicht bis Ende 2025 abgeschlossen worden. Betroffene Anleger können sich laut der Kanzlei melden, ein konkreter Termin für die Ernennung eines Lead Plaintiff wurde bislang nicht genannt.
Die Meldung tauchte binnen weniger Tage mehrfach in unterschiedlichen Wirtschaftsmedien auf – ein Hinweis darauf, wie stark das Thema derzeit die Investor-Relations-Kommunikation rund um Microvast dominiert. Die Klage reiht sich in eine breitere Welle von Sammelklagen ein, die derzeit mehrere US-Unternehmen unterschiedlicher Branchen betrifft, doch die Vorwürfe gegen Microvast beziehen sich spezifisch auf die eigenen Aussagen des Unternehmens zu Margenzielen und Werksausbau.
Kurs fällt auf neues Rekordtief
Der Aktienkurs reagierte deutlich sichtbar. Am Freitag schloss das Papier bei 0,7030 Euro, ein Minus von 7,13 Prozent gegenüber dem Vortag. Damit markiert die Aktie zugleich ein neues 52-Wochen-Tief – der bisherige Tiefpunkt wurde exakt an diesem Handelstag erreicht. Seit Jahresbeginn hat Microvast damit 70,41 Prozent an Wert verloren, ein Ausmaß, das den Druck auf das Unternehmen zusätzlich verdeutlicht.
Der Kursverfall ist kein isoliertes Ereignis der vergangenen Tage. Bereits in den Wochen zuvor hatte sich die Talfahrt beschleunigt, begleitet von wiederholten Berichten über die laufenden Rechtsstreitigkeiten. Für Anleger, die seit dem 52-Wochen-Hoch im Oktober vergangenen Jahres investiert waren, hat sich der Wert ihres Investments inzwischen mehr als halbiert – ein Umstand, der die Grundlage für den nun formulierten Klagevorwurf bildet: Wer im relevanten Zeitraum zu höheren Kursen gekauft hat, sieht sich nun mit erheblichen Buchverlusten konfrontiert.
Was Anleger nun wissen sollten
Für Betroffene, die zwischen April 2025 und März 2026 Anteile erworben haben, bietet die Sammelklage die Möglichkeit, sich der Kanzlei anzuschließen und eigene Ansprüche prüfen zu lassen. Ein konkretes Fristende für die Anmeldung als Lead Plaintiff steht noch nicht fest. Bis zu einer gerichtlichen Klärung der Vorwürfe bleibt die Aktie damit sowohl operativ als auch juristisch belastet. Die anhaltende Berichterstattung über die Klage dürfte das Sentiment rund um das Papier vorerst weiter dämpfen, zumal die zugrunde liegenden Vorwürfe – verfehlte Margenziele und ein verzögerter Werksausbau in Huzhou – die operativen Kernversprechen des Unternehmens direkt infrage stellen.
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