Microvast Holdings treibt die Elektrifizierung des europäischen Nutzfahrzeugmarktes gemeinsam mit Iveco voran. Während die technologische Partnerschaft Früchte trägt und der Jahresumsatz 2025 ein Rekordniveau erreichte, trüben eine massive Inventarabschreibung und Warnungen der Wirtschaftsprüfer das Bild. Anleger reagieren verunsichert auf die Mischung aus operativem Wachstum und finanziellen Risiken.
Expansion mit Iveco
Die Zusammenarbeit mit der Iveco Group, die bereits seit 2017 besteht, wurde am 19. März offiziell bekräftigt. Microvast wird Batterielösungen der nächsten Generation für die gesamte IVECO BUS-Plattform sowie den schweren Lkw S-eWay Rigid liefern. Um die steigende Nachfrage in Europa zu bedienen, setzt das Unternehmen auf die Kapazitäten aus dem Ausbau des Werks Huzhou 3.2. Die Region EMEA bleibt mit einem Umsatzanteil von 49 % der wichtigste Pfeiler für das Unternehmen.
Rekordumsatz trifft auf Abschreibungen
Die am 16. März veröffentlichten Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 zeigen Licht und Schatten. Mit einem Umsatz von 427,5 Millionen US-Dollar erzielte Microvast ein Plus von 12,6 % gegenüber dem Vorjahr. Besonders hervorzuheben ist das bereinigte EBITDA von 44,7 Millionen US-Dollar – ein deutlicher Turnaround nach dem Millionenverlust im Jahr 2024. Allerdings enttäuschte das vierte Quartal mit 96,4 Millionen US-Dollar Umsatz die Erwartungen der Analysten.
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Verantwortlich für den Druck auf die Margen war vor allem eine Inventarabschreibung in Höhe von 32,5 Millionen US-Dollar für Komponenten im Bereich der Energiespeichersysteme (ESS). Diese Nachricht rief zudem die Anwaltskanzlei Holzer & Holzer auf den Plan, die nun mögliche Verstöße gegen Wertpapiergesetze prüft.
Liquidität im Fokus
Schwerer wiegt jedoch der Hinweis der Wirtschaftsprüfer: Im Finanzbericht wurde eine „Going Concern“-Warnung ausgesprochen, was auf potenzielle Liquiditätsrisiken hindeutet. Die Verunsicherung spiegelt sich deutlich im Aktienkurs wider, der allein in den letzten sieben Tagen um über 29 % nachgab und am Freitag bei 1,41 Euro schloss. Damit notiert das Papier rund 74 % unter seinem 52-Wochen-Hoch.
Für das laufende Jahr 2026 plant das Management den Start der Serienproduktion in Huzhou sowie die Lokalisierung der Batteriepack-Fertigung in Clarksville, Tennessee. Diese Schritte sind entscheidend, um das starke Wachstum im US-Markt – zuletzt 173 % – weiter voranzutreiben. Ob die vorhandenen Barmittel von 169,2 Millionen US-Dollar für diesen kapitalintensiven Hochlauf ausreichen, bleibt der zentrale Fokus der Marktbeobachter.
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