MicroStrategy hat auf seiner Konferenz Strategy World 2026 eine klare Richtung vorgegeben: Das Unternehmen setzt vollständig auf künstliche Intelligenz und Bitcoin als „Digital Capital“. CEO Phong Le erklärte das traditionelle Zeitalter von Unternehmenssoftware für beendet. Während Executive Chairman Michael Saylor Bitcoin als zentrale Vermögensreserve der modernen Ära positioniert, zeigt sich an der Börse ein gemischtes Bild.
KI-Strategie und Bitcoin-Fokus
Im Mittelpunkt der Konferenz stand Strategy Mosaic, eine universelle semantische Ebene, die als zentrales „Gehirn“ für Unternehmen fungieren soll. Die Technologie ermöglicht KI-Agenten den Zugriff auf kontrollierte Daten aus einer einzigen Quelle – ein Schritt in Richtung des „agentischen Unternehmens“, wie das Management es nennt.
Parallel dazu untermauerte Michael Saylor die Bitcoin-Strategie des Unternehmens. Er bezeichnete die Kryptowährung als „Digital Capital“ und die eigene Bilanz als Fundament für künftige technologische Innovation. Zwei Unternehmen, Prevalon Energy und Anchorage Digital, haben bereits Mittel in MicroStrategys STRC-Vorzugsaktien für ihre Unternehmenskassen investiert – ein Signal für wachsendes institutionelles Interesse an diesem Ansatz.
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Hohe Leerverkaufsquote belastet
Die Aktie steht unter Druck. Rund 14 Prozent der Marktkapitalisierung sind leerverkauft – eine außergewöhnlich hohe Quote. Analysten vermuten dahinter Basis-Trade-Strategien, bei denen Investoren Preisdifferenzen zwischen MicroStrategy-Aktie und Bitcoin ausnutzen wollen. Die Rechnung: Das Unternehmen hält mittlerweile etwa 717.722 Bitcoins bei einer Marktkapitalisierung von rund 41,6 Milliarden Dollar.
Die jüngsten Finanzzahlen zeigen Erlöse von 477,2 Millionen Dollar in den vergangenen zwölf Monaten. Seit Jahresbeginn hat die Aktie etwa zwölf Prozent verloren. Die enge Kopplung an Bitcoin macht das Unternehmen anfällig für Schwankungen am Kryptomarkt – ein Risiko, das Leerverkäufer offenbar gezielt adressieren.
Vorstandsvision trifft auf Marktskepsis
MicroStrategy verfolgt eine Doppelstrategie: Einerseits will das Unternehmen mit KI-Produkten wie Strategy Mosaic im Software-Geschäft punkten, andererseits dient die Bilanz als Bitcoin-Vehikel. Diese Kombination polarisiert. Während Saylor von einer neuen Ära der Unternehmensfinanzierung spricht, bleibt die Börse zurückhaltend. Die hohe Short-Quote zeigt, dass viele Marktteilnehmer auf fallende Kurse setzen.
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