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Microsoft: GitHub Copilot wechselt 1. Juni zu Verbrauchsbilling

Microsoft übertrifft die Erwartungen, verunsichert Anleger jedoch mit dem Ende der OpenAI-Exklusivität und neuen Copilot-Preisen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • OpenAI-Partnerschaft verliert Exklusivität
  • GitHub Copilot führt Verbrauchsabrechnung ein
  • Azure-Wachstum bei 40 Prozent
  • Aktie technisch stark überverkauft

Starke Zahlen, schwache Kurse — bei Microsoft klaffen operative Realität und Marktreaktion derzeit weit auseinander. Der Softwarekonzern übertraf im dritten Geschäftsquartal die Erwartungen der Wall Street deutlich. Im Fokus der Anleger stehen indes zwei tiefgreifende strategische Umbauten. Die exklusive Partnerschaft mit OpenAI fällt, parallel dazu ändert sich das Preismodell für GitHub Copilot.

Das Ende der OpenAI-Exklusivität

Wenige Tage vor der Bilanzvorlage ordneten Microsoft und OpenAI ihre Allianz neu. Der Tech-Gigant zahlt künftig keine Umsatzbeteiligung mehr an das KI-Startup. Im Gegenzug erhält Microsoft bis 2030 gedeckelte Zahlungen von OpenAI.

Der entscheidende Haken für Microsoft: Die Lizenz für die KI-Modelle gilt zwar bis 2032, verliert aber ihre Exklusivität. Ab sofort können auch konkurrierende Cloud-Anbieter die OpenAI-Technologie hosten. Finanzchefin Amy Hood wertet den Wegfall der eigenen Zahlungsverpflichtungen dennoch als klaren Gewinn für die Planbarkeit. Marktbeobachter sehen in den bereinigten Finanzen vor allem eine Vorbereitung für den anvisierten Börsengang von OpenAI.

Copilot rechnet künftig nach Verbrauch ab

Im gleichen Schritt baut Microsoft die Monetarisierung seiner Entwickler-KI um. Ab dem 1. Juni 2026 wechselt GitHub Copilot auf eine nutzungsbasierte Abrechnung. Abonnenten erhalten dann ein monatliches Kontingent an KI-Credits.

Bisher erlaubte das Modell eine feste Anzahl an Premium-Anfragen. Das Problem: Komplexe KI-Eingaben verursachten bei Microsoft oft höhere Rechenkosten, als die Abogebühren einbrachten. Für rechenintensive Aufgaben wie agentenbasierte Programmierung oder Code-Reviews wird es für Nutzer nun teurer.

Azure wächst rasant, Margen unter Druck

Das operative Kerngeschäft liefert derweil verlässlich. Der Umsatz kletterte im abgelaufenen Quartal um 18 Prozent auf knapp 83 Milliarden US-Dollar. Besonders die Cloud-Sparte Azure glänzte währungsbereinigt mit einem Plus von 40 Prozent.

Allerdings bremsen Engpässe bei Servern und KI-Chips das Tempo. Das Management rechnet damit, dass diese Kapazitätsgrenzen noch bis mindestens Ende 2026 bestehen bleiben. Der massive Ausbau der Rechenzentren hinterlässt bereits Spuren in der Bilanz. Die Bruttomarge fiel auf den niedrigsten Stand seit 2022. Als Reaktion schrumpft Microsoft die Belegschaft weiter, auch für 2027 ist ein Personalabbau geplant.

Für das vierte Quartal stellt Finanzchefin Hood Erlöse von bis zu 87,8 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Das liegt unter den Prognosen der Wall Street, während die geplanten Investitionsausgaben die Schätzungen übertreffen. Analysten bleiben dennoch optimistisch: Wells Fargo hob das Kursziel auf 625 US-Dollar an, Mizuho sieht die Aktie bei 515 US-Dollar.

An der Börse dominiert aktuell die Skepsis. Die Microsoft-Aktie notiert bei 356,25 Euro und verzeichnet damit seit Jahresbeginn ein zweistelliges Minus. Mit einem RSI von 20 gilt das Papier technisch als stark überverkauft.

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