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Microsoft: Erstes Abfindungsprogramm in 51 Jahren

Microsoft bietet erstmals freiwillige Abfindungen an. Hintergrund sind hohe KI-Investitionen bei verhaltenem Copilot-Absatz. Die Aktie erholt sich leicht.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Freiwillige Abfindung für US-Personal
  • KI-Investitionen treiben Kostenoptimierung
  • Aktie erholt sich von Jahrestief
  • Quartalszahlen am 29. April erwartet

In 51 Jahren hat Microsoft noch nie etwas Vergleichbares getan. Erstmals bietet der Konzern einem Teil seiner Belegschaft freiwillige Abfindungspakete an — ein Schritt, der zeigt, wie tiefgreifend das Unternehmen seinen Personalapparat für das KI-Zeitalter umbaut.

Die „Regel 70″ und wer profitiert

Das Programm richtet sich an US-Mitarbeiter bis einschließlich der Ebene Senior Director, deren Alter und Betriebszugehörigkeit zusammen mindestens 70 ergeben. Ein 45-Jähriger mit 25 Dienstjahren qualifiziert sich ebenso wie ein 52-Jähriger mit 18 Jahren Betriebszugehörigkeit. Rund 8.750 Mitarbeiter — etwa sieben Prozent der US-Belegschaft — dürften die Schwelle erreichen.

Die genauen finanziellen Konditionen hat Microsoft noch nicht offengelegt. Bekannt ist: Das Paket umfasst erweiterte Krankenversicherungsleistungen, und Ausscheidende unterliegen keinerlei Beschäftigungsverboten. Ob die Angebote tatsächlich angenommen werden, hängt stark vom konkreten Paketwert ab — der soll am 7. Mai kommuniziert werden.

KI-Investitionen als Treiber

Hinter dem Schritt steckt ein klares Kalkül. Microsoft investiert massiv in KI-Infrastruktur, während die Nutzung des Flaggschiff-Dienstes 365 Copilot bislang bei knapp über drei Prozent der 450 Millionen 365-Kunden verharrt. Das Missverhältnis zwischen Ausgaben und Ertrag drückt auf die Kostenbasis.

Im März 2026 fror Microsoft die Neueinstellungen in den Bereichen Azure Cloud und nordamerikanischer Vertrieb ein — KI- und Copilot-Teams blieben ausdrücklich ausgenommen. Das freiwillige Abfindungsprogramm folgt auf mehrere Entlassungsrunden im Vorjahr, in denen der Konzern mehr als 15.000 Stellen abbaute.

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In der Tech-Branche ist das Vorgehen ungewöhnlich. Oracle strich zuletzt bis zu 30.000 Stellen, Meta plant den Abbau von 8.000 Jobs — beide setzen auf harte Schnitte. Microsoft wählt eine weichere Variante, die dem Unternehmen imagetechnisch mehr Spielraum lässt.

Quartalszahlen als nächster Prüfstein

Die Aktie notiert rund elf Prozent unter dem Jahresanfangsniveau und liegt damit deutlich unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Seit dem Tief Ende März hat sich der Kurs allerdings spürbar erholt.

Am Mittwoch, dem 29. April, legt Microsoft nach US-Börsenschluss die Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 vor. Die eigene Umsatzprognose liegt zwischen 80,65 und 81,75 Milliarden Dollar. CFO Amy Hood dürfte dabei direkt auf das Abfindungsprogramm angesprochen werden — es soll im vierten Quartal anlaufen und wird die Kostendiskussion rund um Microsofts KI-Wette neu befeuern.

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Diskussion zu Microsoft

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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