Startseite » Earnings » Microsoft Aktie: Zahltag am Mittwoch
Symbolbild, KI-generiert

Microsoft Aktie: Zahltag am Mittwoch

Microsoft stellt hohe KI-Investitionen einer geplanten Personalreduzierung gegenüber; Azure-Wachstum und Cloud-Margen prägen den Quartalsausblick.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Abfindungsangebote für rund 60.000 Beschäftigte
  • Bis zu 145 Milliarden Dollar für KI-Rechenzentren
  • Azure-Wachstum von rund 45 Prozent in Aussicht gestellt
  • Cloud-Bruttomarge auf etwa 64 Prozent veranschlagt

Auf Microsoft ruhen vor den Quartalszahlen am Mittwoch die Blicke des gesamten KI-Marktes. Der Konzern berichtet nach Börsenschluss, wenige Stunden nach der Zinsentscheidung der US-Notenbank. Am Dienstag trennt sich der Software-Riese zudem von Beschäftigten, während er Rekordsummen in Rechenzentren pumpt.

Sparen beim Personal, klotzen bei der KI

Rund 60.000 Angestellte in Kanada, Indien, Großbritannien und den USA erhalten ein Abfindungsangebot. Bei etwa 223.000 Beschäftigten Ende Juni betrifft das theoretisch mehr als ein Viertel der Belegschaft. Microsoft rechnet nach eigener Einschätzung allerdings mit einer deutlich niedrigeren Annahmequote als bei einem früheren Vorruhestandsangebot, damals 30 Prozent. Erst vor wenigen Monaten strich der Konzern rund 4.800 Stellen.

Der Hintergrund ist der Investitionsboom. Für dieses Jahr stehen bis zu 145 Milliarden Dollar für KI-Rechenzentren im Raum, deutlich mehr als zuvor. Die Kosten müssen an anderer Stelle hereinkommen. Alphabet und Meta versuchen ebenfalls, ihre Belegschaft zu verschlanken.

Was die Zahlen liefern müssen

Der Konzern hat für das erste Geschäftsquartal 2027 eine Azure-Wachstumsrate von rund 45 Prozent in konstanten Währungen in Aussicht gestellt, nach 43 Prozent im Vorquartal. Die Zahl zahlender Copilot-Lizenzen im Microsoft-365-Paket stieg zuletzt über 30 Millionen, von 20 Millionen im Quartal davor.

Die Kehrseite sind die Ausgaben. Allein im Quartal sollen die Investitionen über 50 Milliarden Dollar liegen. Die Senkung der Kalenderjahr-Planung von 190 auf rund 175 Milliarden Dollar geht auf eine Neuklassifizierung von Leasingverträgen zurück, nicht auf Zurückhaltung. Die Bruttomarge im Cloud-Geschäft war zudem Richtung 64 Prozent von 72 Prozent angesetzt worden.

Marktteilnehmer fragen sich ohnehin, ob sich die KI-Investitionen der Branche auszahlen. Die Stimmung hatte im Oktober gelitten, zuletzt half jedoch der Börsengang-Antrag von Anthropic den Technologiewerten.

Chart: Seitwärtsrange vor dem Termin

Die Aktie schloss am Montag bei 532,60 Dollar, ein Plus von 1,5 Prozent. Seit Anfang Juli ergibt das fast 39 Prozent. Vorbörslich gab sie am Dienstag leicht auf rund 530 Dollar nach.

Technisch bewegt sich der Kurs in einer Spanne zwischen 521 und 541 Dollar. Die Unterstützung liegt an der Oberkante der Ichimoku-Wolke, ein Bruch könnte laut Chartanalyse Richtung 512 Dollar führen. Über 541 Dollar rückt das Rekordhoch bei rund 551 Dollar in Sicht. Das Handelsvolumen schrumpfte zuletzt, ein Ausbruch braucht daher Bestätigung durch höhere Umsätze.

Am Mittwoch um 20:30 Uhr deutscher Zeit beginnt die Telefonkonferenz zu den Zahlen. Die Fed gibt ihren Zinsentscheid in den USA um 19 Uhr unserer Zeit bekannt, ein Zinsschritt gilt als unwahrscheinlich.

Anzeige

Stand heute, 27. Oktober: Microsoft – Kaufen, halten oder verkaufen?

Wer in Microsoft investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 27. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

Microsoft: Gratis-Analyse (PDF) öffnen …

Diskussion zu Microsoft

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.