Microsoft zieht die KI-Schraube weiter an. Mustafa Suleyman, Chef von Microsoft AI, skizziert eine harte These: Viele Büroberufe könnten viel schneller automatisiert werden als erwartet. Für den Konzern geht es damit nicht nur um neue Produkte. Es geht um Kontrolle über Modelle, Chips und den Zugang zu Unternehmenskunden.
Automatisierung rückt näher
Suleyman rechnet damit, dass KI bei den meisten beruflichen Aufgaben binnen 12 bis 18 Monaten menschliches Leistungsniveau erreicht. Anwälte, Buchhalter, Projektmanager und Marketing-Teams nennt er als besonders anfällig.
Der Treiber ist nach seiner Einschätzung die stark wachsende Rechenleistung. Im Gesundheitswesen könnte KI etwa Diagnosen stärker übernehmen. Ärzte hätten dann mehr Zeit für direkte Betreuung und emotionale Unterstützung.
Das ist eine steile Prognose. Sie passt aber zur Richtung, die Microsoft einschlägt: KI soll nicht nur assistieren, sondern tiefer in Arbeitsprozesse eingreifen.
Microsoft will mehr Kontrolle
Suleyman beschreibt Superintelligenz als zentrale Mission seiner Einheit. Microsoft will dafür eigene Basismodelle bauen und die Abhängigkeit von externen Anbietern senken.
Der OpenAI-Deal läuft trotzdem weiter. Microsoft hat seine IP-Vereinbarung mit OpenAI bis 2032 verlängert. Die neue Regelung ist nicht exklusiv, Microsoft erhält weiter Zugriff auf OpenAI-Modelle und Produkte.
OpenAI kann zugleich stärker mit anderen Cloud-Anbietern arbeiten. Microsoft bindet parallel dazu auch Claude-Modelle von Anthropic in seine Copilot-Plattform ein.
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Bei der Hardware geht der Konzern ebenfalls breiter vor. Microsoft führt Berichten zufolge frühe Gespräche mit Anthropic über spezielle Maia-KI-Chips. Das Ziel: Alternativen für Inferenz-Workloads schaffen, also für den Betrieb fertiger KI-Modelle.
Aktie hinkt der Story hinterher
Auch im Vertrieb setzt Microsoft auf Tempo. Mit EY vereinbarte der Konzern eine mehrjährige Allianz. Das Volumen liegt bei mehr als einer Milliarde Dollar.
Beide Partner wollen KI-Projekte aus der Pilotphase in Kernprozesse bringen. Genannt werden unter anderem Finanzen, Steuern und Personal. Für Microsoft ist das wichtig, weil Enterprise-Kunden über die tatsächliche Monetarisierung von KI entscheiden.
An der Börse spiegelt sich die KI-Erzählung noch nicht in neuer Stärke wider. Die Microsoft-Aktie schloss am Donnerstag bei 360,60 Euro. Seit Jahresanfang steht ein Minus von 10,65 Prozent.
Technisch bleibt das Bild gemischt. Der Kurs liegt 8,74 Prozent unter der 200-Tage-Linie, trotz Erholung über den kurzfristigen Durchschnitt. Nach Berichten über einen möglichen Anthropic-Chipdeal zog die Aktie zeitweise um rund zwei Prozent an.
Microsoft setzt damit auf eine klare Doppelstrategie: eigene KI-Basis stärken und zugleich Partner im System halten. Der Kurs braucht jetzt sichtbare Belege, dass Copilot, Maia-Chips und EY-Allianz mehr liefern als strategische Schlagworte. Bis dahin bleibt KI der stärkste Treiber der Story, aber noch kein sauberer Kurstreiber.
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