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Microsoft Aktie: KI kostet

Microsofts Aktie verzeichnet trotz Umsatz- und Gewinnwachstum Kursverluste. Markt bewertet hohe KI-Ausgaben und Risiken aus der OpenAI-Partnerschaft neu.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Solides Umsatz- und Gewinnwachstum im letzten Quartal
  • Hohe Investitionen in KI-Infrastruktur belasten Bewertung
  • Markt sorgt sich um Risiken aus OpenAI-Partnerschaft
  • Azure und Copilot bleiben zentrale Wachstumsmotoren

Microsoft baut sein KI-Ökosystem mit Hochdruck aus – und trotzdem wirkt die Aktie seit Jahresbeginn angeschlagen. Das sorgt für eine unangenehme, aber wichtige Diskussion: Ist die Schwäche nur eine Neubewertung nach den Tech-Übertreibungen – oder wachsen unter der Oberfläche neue Risiken heran?

Warum der Kurs trotz starker Zahlen wackelt

Ein Teil der Erklärung ist marktgetrieben: Anleger haben 2026 bei hoch bewerteten Tech-Werten Gewinne mitgenommen und Kapital umgeschichtet. Microsoft wurde davon erfasst, obwohl das operative Geschäft weiter wächst.

Dazu kommen unternehmensspezifische Sorgen rund um OpenAI. Im Raum steht die Frage, ob OpenAI seine Verträge erfüllen kann, nachdem Berichte für 2026 deutliche Verluste erwarten. Außerdem wird diskutiert, ob bestimmte Bestandskennzahlen (Remaining Performance Obligation, RPO) verzerrt wirken könnten, weil Teile der OpenAI-RPO letztlich mit Microsofts eigenen Investments zusammenhängen. Das wäre kein Bilanzskandal, aber es erhöht aus Sicht des Marktes das Konzentrationsrisiko.

Beim Blick auf die Kurslage zeigt sich der Druck auch technisch: Der Schlusskurs am Freitag lag bei 352,15 Euro, seit Jahresanfang steht damit ein Minus von 12,75% zu Buche.

Ein starkes Quartal – aber nicht der Kurstreiber

Operativ lieferte Microsoft im jüngsten Quartal (Q2 des Geschäftsjahres 2026) solide ab. Der Umsatz stieg auf 81,3 Mrd. US-Dollar (+17% zum Vorjahr), der operative Gewinn legte um 21% zu. Der Non-GAAP-Gewinn je Aktie erreichte 4,14 US-Dollar (+24%).

Auffällig stark waren die kommerziellen Buchungen, die um 230% anzogen. Das deutet auf große Azure-Vertragsabschlüsse hin, inklusive einer weiteren Ausweitung von Großdeals über 100 Mio. US-Dollar. Auch die kommerzielle RPO sprang laut Bericht auf 625 Mrd. US-Dollar, ein Plus von 110% gegenüber dem Vorjahr.

Parallel blieb die Kapitalrückgabe hoch: 12,7 Mrd. US-Dollar flossen über Dividenden und Aktienrückkäufe an Aktionäre zurück (+32% gegenüber dem Vorjahresquartal).

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Ein zusätzlicher Punkt: Die Beteiligung an OpenAI kann die GAAP-Zahlen sichtbar bewegen. Im Quartal sorgten Investmentgewinne aus OpenAI für einen positiven Effekt auf Nettoergebnis (+7,6 Mrd. US-Dollar) und verwässerten Gewinn je Aktie (+1,02 US-Dollar). Genau diese Schwankungen sind ein Grund, warum Microsoft ergänzend Non-GAAP-Kennzahlen ohne diesen Effekt betont.

Azure, Copilot – und das 100-Milliarden-Thema

Der wichtigste Wachstumsmotor bleibt Azure und das AI-Angebot rund um Copilot. Microsoft betont weiterhin dynamische Cloud-Entwicklung und verweist darauf, dass Azure schneller wachse als Amazon. Gleichzeitig richtet sich der Fokus am Markt zunehmend auf Details: Wie schnell wächst Azure wirklich weiter, wie stark wird Copilot angenommen – und wie entwickeln sich die Margen?

Denn im Hintergrund läuft ein gigantisches Investitionsprogramm: Über 100 Mrd. US-Dollar sollen in KI-Infrastruktur fließen. Genau hier liegt die zentrale Spannungsfrage: Sind diese Ausgaben der logische Preis für langfristige Dominanz – oder kurzfristig zu schwer für die Bewertung?

Flankiert wird das durch neue Industrie-Partnerschaften Anfang März, die Microsofts Plattformen tiefer in Arbeitsabläufe verschiedener Branchen bringen sollen – von Bergbau über Healthcare bis Versicherungen. Zusätzlich erhielt Edge einen KI-gestützten „Copilot Mode“, der Funktionen wie Zusammenfassen, Vergleichen von Tabs und Textentwürfe direkt im Browser ermöglicht.

Im Verhältnis zu OpenAI gibt es zugleich Klarstellungen: Azure behält exklusive Hosting-Rechte für „stateless“ OpenAI-API-Calls, auch wenn diese aus Drittpartnerschaften stammen, und Microsoft hält weiter die exklusive Lizenz an OpenAI-IP – unverändert laut Vereinbarung von Oktober 2025. Beobachtet wird das trotzdem, zumal OpenAI für dieses Jahr einen Verlust von 14 Mrd. US-Dollar erwartet und der Konkurrenzdruck (z.B. Google Gemini oder Open-Source-Modelle) zunimmt.

Der nächste große Prüfstein ist der Quartalsbericht Ende April 2026. Dann dürfte der Markt vor allem harte Signale sehen wollen, dass das teure KI-Infrastrukturprogramm in breites, dauerhaftes Wachstum bei Azure und Copilot ummünzt – und nicht nur in höhere Kosten.

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