Der Software-Gigant hat das schlechteste Börsenquartal seit der Finanzkrise 2008 hinter sich. Während die operativen Gewinne des Unternehmens sprudeln, wachsen an der Wall Street die Zweifel an den immensen Investitionen in künstliche Intelligenz. Hinzu kommen technische Pannen bei Windows-Updates, die das Vertrauen der Anleger in den vergangenen Wochen zusätzlich auf die Probe stellten.
Milliarden-Wetten auf dem Prüfstand
Verantwortlich für den massiven Kursrückgang sind primär zwei Faktoren. Zum einen schraubt der Konzern seine Investitionsausgaben für die KI-Infrastruktur drastisch in die Höhe. Für das im Juni endende Geschäftsjahr 2026 werden Ausgaben von 146 Milliarden US-Dollar erwartet – ein Sprung von 66 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Investoren fordern nun sichtbare Erträge aus diesen Summen. Bislang nutzen allerdings erst drei Prozent der gewerblichen Office-Kunden das kostenpflichtige KI-Add-on Copilot.
Zum anderen wächst am Markt die Sorge vor neuer Konkurrenz. Aufstrebende KI-Startups wie OpenAI oder Anthropic entwickeln zunehmend eigene Agenten, die klassische Softwareprodukte in Zukunft ersetzen könnten.
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Technische Pannen und tiefe Bewertung
Begleitet wurde die Talfahrt von operativen Stolpersteinen. Ein fehlerhaftes Windows-Update im März legte die Anmeldeprozesse für zentrale Anwendungen wie Teams und OneDrive zeitweise lahm. Zwar reagierte das Unternehmen schnell mit Notfall-Patches, die Stimmung der Aktionäre blieb jedoch gedrückt. Das spiegelt sich deutlich im Chartbild wider: Mit einem aktuellen Kurs von 322,95 Euro verzeichnet der Titel seit Jahresbeginn ein Minus von knapp 20 Prozent. Damit notiert das Papier ungewöhnlich weit unter seiner 200-Tage-Linie, die derzeit bei 409,52 Euro verläuft.
Wall Street sieht Kaufchance
Trotz der trüben Marktstimmung weisen die fundamentalen Daten in eine völlig andere Richtung. Im letzten Quartal kletterte der Umsatz um 17 Prozent, während der operative Gewinn sogar um 21 Prozent zulegte. Die Bewertung ist infolge des Ausverkaufs auf den niedrigsten Stand seit fast zehn Jahren gesunken.
Analysten werten diese Diskrepanz zwischen Kursverfall und Geschäftsentwicklung mehrheitlich als Chance. Von 67 befragten Experten raten aktuell 63 zum Kauf der Papiere. Neue fundamentale Fakten liefert der 28. April 2026. An diesem Datum präsentiert der Konzern seine nächsten Quartalszahlen und wird konkrete Einblicke in das Wachstum der Cloud-Sparte Azure sowie die Adaptionsrate der Copilot-Software geben.
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