Microsoft steht vor einem entscheidenden Handelstag. Der Softwarekonzern hat seine historische Partnerschaft mit OpenAI grundlegend umgebaut. Heute Abend folgen die Zahlen für das dritte Geschäftsquartal. Für Investoren rückt damit die Profitabilität der gigantischen KI-Investitionen ins Zentrum.
Das Ende der Exklusivität
Am 27. April strichen Microsoft und OpenAI die Exklusivitätsklausel aus ihrem Vertrag. ChatGPT und andere Modelle dürfen künftig auf Konkurrenzplattformen laufen. Dazu zählen Amazon Web Services und Google Cloud. Im Gegenzug stoppt Microsoft die Umsatzbeteiligung an OpenAI für Azure-Kunden.
Finanziell fließt das Geld nun in eine andere Richtung. OpenAI überweist bis 2030 einen Anteil von 20 Prozent seiner Einnahmen an Microsoft. Die Summe ist vertraglich nach oben gedeckelt. Die riskante AGI-Klausel entfällt komplett. Bisher hätte eine künstliche allgemeine Intelligenz den Vertrag aussetzen können.
Der Umbau löst ein akutes juristisches Problem. Im Februar hatte Amazon einen milliardenschweren Deal mit OpenAI geschlossen. Das kollidierte mit Microsofts alten Rechten. Nun ist der Weg frei für beide Tech-Riesen. Microsoft behält seine Beteiligung von rund 27 Prozent an dem KI-Labor.
Azure-Wachstum als Gradmesser
Heute nach Börsenschluss öffnet Microsoft die Bücher. Analysten erwarten einen Umsatz von 81,3 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn je Aktie soll auf 4,06 Dollar steigen. Das eigentliche Augenmerk liegt auf der Cloud-Sparte Azure.
Das Management peilt hier ein Wachstum von 37 bis 38 Prozent an. Im Vorquartal lag das Plus noch bei 40 Prozent. Finanzchefin Amy Hood machte dafür zuletzt fehlende Grafikprozessoren verantwortlich. Die Nachfrage war laut Hood größer als das Angebot.
Ein neues Rechenzentrum in Wisconsin könnte diesen Engpass lösen. Die Anlage ging Mitte April vorzeitig ans Netz. Konzernchef Satya Nadella nannte den Standort das leistungsstärkste KI-Rechenzentrum der Welt. Das lindert die Sorgen vor strukturellen Wachstumsgrenzen.
Milliardenkosten drücken die Marge
Der Ausbau der Infrastruktur verschlingt enorme Summen. Microsoft steuert im laufenden Geschäftsjahr auf Investitionen von über 100 Milliarden Dollar zu. Etwa zwei Drittel fließen in KI-Hardware. Das drückt die freie Cashflow-Marge voraussichtlich auf 21,5 Prozent.
Der heutige Abend liefert den direkten Branchenvergleich. Amazon, Google und Meta melden ihre Quartalszahlen fast zeitgleich. Optionshändler preisen für die Microsoft-Aktie eine Bewegung von sieben Prozent ein. Fällt das Azure-Wachstum schwächer aus als erwartet, rückt die teure KI-Strategie sofort in ein kritisches Licht.
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