Starker Spiele-Start, wackelige Entwicklerplattform: Microsoft geht mit zwei sehr unterschiedlichen Signalen in die verkürzte Handelswoche. Forza Horizon 6 liefert der Xbox-Sparte einen seltenen Erfolg. GitHub dagegen kämpft mit Ausfällen, Sicherheitsproblemen und härterer Konkurrenz im KI-Coding-Markt.
Das ist mehr als eine operative Randnotiz. GitHub sitzt direkt an der Schnittstelle von Microsofts KI-Strategie, Entwicklerbindung und Cloud-Wachstum. Genau dort wächst nun der Druck.
Forza liefert den hellen Punkt
Microsofts Gaming-Sparte brauchte positive Nachrichten. Im jüngsten Quartal sank der Gaming-Umsatz um 6 Prozent, der Xbox-Hardware-Umsatz brach sogar um 31 Prozent ein. Niedrigere Konsolenverkäufe belasteten das Geschäft spürbar.
Forza Horizon 6 kam daher zur richtigen Zeit. Microsoft meldete knapp 5 Millionen verkaufte Exemplare über Steam und Xbox Series innerhalb einer Woche nach dem Start im Vorabzugang. Der Umsatz lag plattformübergreifend bei mehr als 325 Millionen Dollar.
Der Titel erzielte damit den stärksten Vorabstart in der 14-jährigen Geschichte der Rennspielreihe. Auf OpenCritic steht das Spiel bei 91 Punkten, auf Metacritic bei 92 Punkten. Das stärkt nicht nur die Marke, sondern auch Microsofts Kurswechsel im Gaming.
Die Verkäufe verteilen sich auffällig breit. Xbox-Spieler kauften rund 2,1 Millionen Exemplare, Steam kam auf 2,8 Millionen. Über Game Pass griffen zusätzlich mehr als 3 Millionen Spieler auf den Titel zu.
Der nächste Hebel liegt bereits auf dem Tisch. Xbox Game Studios bestätigte eine Version für PlayStation 5 im späteren Jahresverlauf. Forza Horizon 5 verkaufte sich seit dem PS5-Start im April 2025 mehr als 5 Millionen Mal auf Sonys Konsole.
GitHub wird zum KI-Risiko
Während das Gaming-Geschäft punktet, wächst bei GitHub ein Problem mit größerer strategischer Tragweite. Die Plattform leidet unter häufigen Störungen, Führungswechseln und wachsender Konkurrenz. Cursor und Anthropic Claude Code gewinnen sichtbar an Zugkraft.
Zwischen Mai 2025 und April 2026 verzeichnete IncidentHub 257 einzelne GitHub-Vorfälle. Davon galten 48 als größere Ausfälle. GitHub Actions kam im selben Zeitraum auf 57 Ausfälle.
Das Bild ist klar: Die Infrastruktur läuft dem KI-Boom hinterher. GitHubs Technikchef sprach im Oktober 2025 noch von einer geplanten Verzehnfachung der Kapazität. Im Februar wurde daraus ein Szenario, das auf das 30-Fache der heutigen Skalierung ausgelegt werden muss.
Hinzu kam ein Sicherheitsvorfall. Ein Angreifer kompromittierte ein Mitarbeitergerät und erlangte Zugriff auf rund 3.800 interne Code-Bibliotheken von GitHub. Für eine Entwicklerplattform ist das besonders sensibel.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Microsoft?
Die Folgen zeigen sich bereits im Wettbewerb. Laut Stack Overflow Developer Survey fiel GitHub Copilot bei professionellen Entwicklern von 67 Prozent Marktanteil im Jahr 2025 auf 51 Prozent im Jahr 2026. Cursor sprang auf 29 Prozent, Amazon Q Developer erreichte 14 Prozent.
GitHub räumte die Probleme öffentlich ein. Ein Engineering-Manager schrieb am 22. Mai, man habe den eigenen hohen Anspruch an die Verfügbarkeit nicht erfüllt. GitHub richtet nun ein eigenes Copilot-Team für Zuverlässigkeit ein und friert die Entwicklung für eine Woche zugunsten der Stabilität ein.
Dazu kommen neue Gesundheitsdaten in Echtzeit für einzelne Komponenten. Das Ziel: Kunden sollen schneller sehen, wo es hakt. Für Unternehmenskunden zählt genau diese Transparenz, wenn KI-Werkzeuge tief in Entwicklungsprozesse eingebaut werden.
Starke Zahlen, offene Details
Operativ bleibt Microsoft stark. Im dritten Geschäftsquartal 2026 stieg der Umsatz um 18 Prozent auf 82,9 Milliarden Dollar. Das operative Ergebnis legte um 20 Prozent auf 38,4 Milliarden Dollar zu.
Der verwässerte GAAP-Gewinn je Aktie lag bei 4,27 Dollar. Microsoft Cloud überschritt 54 Milliarden Dollar Umsatz und wuchs um 29 Prozent. Das KI-Geschäft erreichte eine annualisierte Umsatzrate von mehr als 37 Milliarden Dollar.
Gerade deshalb schaut der Markt genauer hin. Rund 45 Prozent der kommerziellen Restleistungsverpflichtungen hängen mit OpenAI zusammen. Ohne OpenAI wuchs diese Kennzahl nur um 26 Prozent.
Auch bei den Buchungen fällt der Unterschied auf. Ohne OpenAI stiegen die kommerziellen Buchungen lediglich um 7 Prozent. Das relativiert die Schlagzeile vom breiten KI-Wachstum etwas.
Die Aktie ging am Freitag bei 360,90 Euro aus dem Handel und lag damit nahezu unverändert. Über sieben Tage steht ein Minus von 0,63 Prozent, seit Jahresanfang beläuft sich der Rückgang auf 10,58 Prozent.
Technisch wirkt das Bild gemischt. Der Kurs liegt rund 5 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt, aber gut 8 Prozent unter der 200-Tage-Linie. Vom 52-Wochen-Hoch bei 467,45 Euro bleibt die Aktie deutlich entfernt.
Wedbush bleibt dennoch optimistisch und nennt ein Kursziel von 575 Dollar. Andere Schätzungen liegen etwa bei 560 Dollar oder darüber. Die Begründung bleibt meist dieselbe: starke KI-Dynamik, trotz wachsender Fragen zur Umsetzung.
Am Montag bleiben die US-Börsen wegen Memorial Day geschlossen. Ab Dienstag dürfte GitHub stärker in den Blick rücken als Forza. Der nächste große Prüfpunkt folgt Ende Juli mit den Quartalszahlen, wenn Microsoft mehr zu KI-Umsätzen, Margen und Investitionen zeigen muss.
Microsoft-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Microsoft-Analyse vom 24. Mai liefert die Antwort:
Die neusten Microsoft-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Microsoft-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 24. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Microsoft: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
