Microsoft liefert operativ auf ganzer Linie – und trotzdem notiert die Aktie rund 13 Prozent unter dem Jahresanfangsniveau. Was steckt hinter diesem Widerspruch?
Der Verwaltungsrat hat am 10. März 2026 eine Quartalsdividende von 0,91 US-Dollar je Aktie beschlossen, zahlbar am 11. Juni 2026. Für sich genommen ist das eine Routine-Meldung. Im Gesamtbild aber steht sie für etwas Größeres: Microsoft schüttet weiter verlässlich Kapital aus – und zwar in wachsendem Umfang. Allein im zweiten Fiskalquartal 2026 flossen 12,7 Milliarden Dollar an Dividenden und Aktienrückkäufen an die Aktionäre zurück, 32 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Starkes Quartal, günstige Bewertung
Die Zahlen für das zweite Fiskalquartal (Oktober bis Dezember 2025) sprechen eine klare Sprache. Der Umsatz stieg um 17 Prozent auf 81,3 Milliarden Dollar, das operative Ergebnis legte um 21 Prozent auf 38,3 Milliarden Dollar zu. Das Cloud-Segment Intelligent Cloud wuchs um 29 Prozent auf 32,9 Milliarden Dollar – getragen vor allem von Azure, dessen Umsatz um 39 Prozent zulegte.
Bemerkenswert ist dabei der kommerzielle Auftragsbestand: Er erreichte 625 Milliarden Dollar, ein Plus von 110 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Volumen hat sich binnen zwei Jahren nahezu verdreifacht – ein Indikator für die langfristige Nachfrage nach Azure-Kapazitäten.
Trotz dieser Zahlen steht die Aktie unter Druck. Nach dem Allzeithoch von 555 Dollar im Oktober 2025 hat sie rund 18 Prozent korrigiert. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt aktuell bei etwa 25, dem niedrigsten Stand seit mehr als drei Jahren – und deutlich unter dem des Nasdaq-100, der mit dem 31,8-fachen der Gewinne bewertet wird.
KI als Wachstumstreiber – und Kostenfaktor
Microsoft investiert mehr als 100 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur. Das Unternehmen selbst gibt an, dass die Nachfrage das verfügbare Angebot an Rechenzentrumskapazität weiterhin übersteigt – was den anhaltenden Ausbau rechtfertigt.
Auf der Produktseite wächst die Copilot-Adoption schnell, bleibt aber noch überschaubar: Von weltweit über 400 Millionen Microsoft-365-Lizenzen wurden bislang 15 Millionen mit Copilot ausgestattet – eine Durchdringungsrate von 3,7 Prozent, die sich allerdings innerhalb eines Jahres um 160 Prozent erhöht hat. Im Mai soll das neue Microsoft-365-E7-Paket für 99 Dollar erscheinen, das Copilot und KI-Agenten-Tools bündelt und die Monetarisierung weiter vorantreiben soll.
Im Gaming-Bereich vollzog sich im Februar 2026 ein Führungswechsel: Phil Spencer, langjähriger Chef von Microsoft Gaming, trat in den Ruhestand. Nachfolgerin wurde Asha Sharma, zuvor Leiterin der CoreAI-Einheit – ein Signal, dass Microsoft KI künftig tiefer in das Gaming-Ökosystem integrieren will. Das Segment trägt nach der Activision-Blizzard-Integration inzwischen mehr als 23 Milliarden Dollar zum Jahresumsatz bei.
Regulatorische Risiken im Blick
Auf der Risikoseite gibt es zwei laufende Verfahren. Ende Februar durchsuchte die japanische Wettbewerbsbehörde die Tokioter Microsoft-Niederlassung mit dem Vorwurf, das Unternehmen nutze seine Marktstellung bei Software, um Kunden in Richtung Azure zu drängen. Parallel beobachtet die EU weiterhin die Entbündelung von Teams und Office – bei unzureichender Interoperabilität drohen neue Bußgelder.
Die nächsten Quartalszahlen für das dritte Fiskalquartal 2026 werden Ende April erwartet. Dann wird sich zeigen, ob Azure das Wachstumstempo von mindestens 39 Prozent halten kann – und ob die Copilot-Durchdringung spürbar anzieht. Beides dürfte entscheidend dafür sein, ob die aktuelle Bewertungslücke zum Gesamtmarkt sich schließt oder weiter bestehen bleibt.
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