Microsoft baut um. Der Softwarekonzern streicht ab Anfang Juli rund 5.500 Stellen. Das Ziel: massiv Kapital für den Ausbau der Künstlichen Intelligenz freimachen.
Die Entlassungswelle trifft knapp 2,5 Prozent der gesamten Belegschaft. Besonders im Fokus stehen die Xbox-Sparte sowie der Vertrieb und die Beratung. Vorausgegangen war bereits ein freiwilliges Abfindungsprogramm im April. Etwa ein Drittel der berechtigten US-Mitarbeiter nahm dieses Angebot an.
Fokus auf KI-Infrastruktur
Hinter dem Stellenabbau steht eine strategische Umschichtung. Microsoft pumpt im Geschäftsjahr 2026 mehr als 100 Milliarden Dollar in KI-Projekte. Traditionelle Geschäftsbereiche müssen dafür weichen.
Dieser Trend erfasst aktuell die gesamte Tech-Branche. Im ersten Halbjahr 2026 strichen Technologiekonzerne über 123.000 Jobs. Das entspricht einem Anstieg von 66 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Bei Microsoft zeigt sich der Sparkurs exemplarisch im Gaming-Bereich. Das Unternehmen stoppte kürzlich die Finanzierung für das Spiel „Project Fantasy“. Andere Großprojekte wie Hideo Kojimas „OD“ laufen indes weiter. Das Management verlagert lediglich die internen Prioritäten.
Wechsel an der Spitze
Parallel zur Umstrukturierung verliert Microsoft eine wichtige Führungskraft. Vasu Jakkal verließ das Unternehmen Ende Juni. Die Managerin baute das Sicherheitsgeschäft in sechs Jahren zu einem 20-Milliarden-Dollar-Bereich auf. Ein Nachfolger steht zum Start des neuen Geschäftsjahres noch nicht fest.
Aktie sucht den Boden
An der Börse reagieren Anleger nervös auf den Umbruch. Zwar notiert die Aktie heute leicht im Plus bei 329,45 Euro. Auf Monatssicht steht jedoch ein Minus von knapp 17 Prozent auf der Anzeigetafel.
Damit bewegt sich der Kurs spürbar unter der 50-Tage-Linie von 351,01 Euro. Der Abstand zum 52-Wochen-Tief aus dem späten Juni beträgt aktuell nur noch gut sieben Prozent. Hält diese Unterstützung nicht, droht ein weiterer Rücksetzer in Richtung der 300-Euro-Marke.
