800 Arbeitsplätze. Das entspricht 2,1 Prozent der Belegschaft. Besonders hart trifft es die Xbox-Sparte, wo bereits 1.600 Stellen sofort wegfallen und weitere 1.600 im Laufe des laufenden Geschäftsjahres folgen sollen. Xbox-CEO Asha Sharma spricht von der „bedeutendsten Umstrukturierung in der Geschichte von Xbox“ und nennt als Grund Margen, die drei- bis zehnmal niedriger liegen als bei vergleichbaren Plattformen.
Vier Studios werden abgestoßen
Im Zuge des Umbaus gliedert Microsoft die Studios Compulsion Games, Double Fine Productions, Ninja Theory und Undead Labs aus. Bei Bethesda-Töchtern schlagen die Kürzungen ebenfalls durch: id Software verliert rund 136 Mitarbeiter, etwa die Hälfte der Belegschaft, zudem sind 40 Stellen bei BGS Dallas, 22 bei BGS Austin, 213 bei ZeniMax Online und 166 bei ZeniMax Media betroffen. Bei Obsidian Entertainment trifft es 60 bis 70 Beschäftigte, etwa ein Viertel der Belegschaft, darunter der Art Director von „The Outer Worlds“ und der einzige Recruiter des Studios. Für den 15. Juli 2026 hat die Bethesda-Gewerkschaft „Save Our Devs“ einen Protest gegen die Kürzungen angekündigt, die Forderungen reichen von Abfindungen über Krankenversicherung bis zu Versetzungsangeboten.
Microsoft bietet den meisten betroffenen US-Beschäftigten bis zu 39 Wochen Grundgehalt als Abfindung, ergänzt um verlängerten Aktienverfall und mehrmonatige Krankenversicherung. Von den freiwilligen Abfindungsangeboten haben bereits 8.750 Mitarbeiter Gebrauch gemacht, mehr als 30 Prozent der Berechtigten. Nach Konzernangaben ersetzt keine der Kürzungen menschliche Arbeit durch Künstliche Intelligenz – Beobachter wie der auf „Political Risk Wire“ zitierte Harvard-Professor Fuller erwarten dennoch, dass solche Anpassungen bei Technologiekonzernen künftig zur Regel werden, statt in großen Wellen aufzutreten. Bloomberg berichtet zudem von „Panik und Angst“ unter Xbox-Entwicklern angesichts einer für das Geschäftsjahr 2027 geplanten zweiten Kürzungsrunde, bei der auch Vendor-Budgets um die Hälfte gekürzt werden sollen.
Investitionsoffensive läuft parallel
Während bei Xbox der Rotstift regiert, expandiert Microsoft an anderer Stelle kräftig. Der Konzern hat mit der Microsoft Frontier Company ein neues Geschäftsfeld mit 2,5 Milliarden US-Dollar Investitionsvolumen gestartet, das 6.000 Branchen- und Ingenieurexperten in Kundenunternehmen einbettet, um KI-Systeme zu entwickeln. Geleitet wird die Einheit von Präsident Rodrigo Kede Lima, als Partner fungieren Accenture, Capgemini, EY, KPMG und PwC. CEO Satya Nadella warnte zudem vor einem „Reverse Information Paradox“: Unternehmen zahlten für KI zweifach – mit Geld und mit dem Verlust proprietären Wissens. Er fordert Kontrolle über Daten, Modelle und Lernschleifen sowie eine kosteneffiziente Kombination statt Abhängigkeit von einzelnen KI-Modellen.
Der Umbau bei Xbox steht im Kontext eines branchenweiten Investitionsschubs: Laut einer Auswertung planen Alphabet, Microsoft, Meta und Amazon 2026 zusammen rund 700 Milliarden US-Dollar an KI-Ausgaben. Zugleich haben Alphabet, Amazon, Meta, Microsoft und Oracle über fünf Jahre rund 350 Milliarden US-Dollar an Schulden für KI-Infrastruktur aufgenommen, was die Zinslast der Branche spürbar erhöht hat.
Kurs unter Druck
An der Börse spiegelt sich der Umbau in einer schwachen Kursentwicklung. Die Microsoft-Aktie schloss am Freitag bei 337,45 Euro und notiert damit 16,39 Prozent im Minus seit Jahresbeginn sowie 21,76 Prozent unter dem Stand vor zwölf Monaten. Vom 52-Wochen-Hoch bei 478,10 Euro, erreicht am 28. Oktober 2025, trennen das Papier inzwischen 29,42 Prozent. Zum 52-Wochen-Tief von 307,10 Euro vom 25. Juni 2026 besteht dagegen noch ein Abstand von 9,88 Prozent nach oben. Der Kurs liegt mit 3,08 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 348,17 Euro und mit 10,96 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 378,98 Euro, während der RSI von 49,1 auf eine neutrale Marktlage hindeutet. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 34,42 Prozent, die Marktkapitalisierung beläuft sich auf rund 2.505,40 Milliarden Euro.
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