Microsoft geht mit einem Kurs von 332,00 € in die neue Handelswoche — und gleich zwei Ereignisse könnten die Richtung vorgeben. Erstens: US-Makrodaten am Donnerstag. Zweitens: eine Preiserhöhung im Kerngeschäft, die am 1. Juli greift.
PCE-Daten als erster Stresstest
Am Donnerstag, 25. Juni, veröffentlicht das Bureau of Economic Analysis um 8:30 Uhr Ostküstenzeit die persönlichen Einkommens- und Ausgabendaten für Mai 2026. Darin enthalten: der PCE-Preisindex, das bevorzugte Inflationsmaß der US-Notenbank. Zeitgleich erscheint die dritte BIP-Schätzung für das erste Quartal.
Für Microsoft ist das relevant, weil Bewertungen im Cloud- und KI-Segment stark von Zinserwartungen abhängen. Ein höherer PCE-Wert würde Druck auf langfristige Wachstumstitel erhöhen. Ein schwächerer Wert könnte die Stimmung gegenüber Cloud-Profiteuren stützen.
Am Freitag, 26. Juni, folgt dann der Advance Economic Indicators Report des Census Bureau — ebenfalls um 8:30 Uhr Ostküstenzeit.
Preiserhöhung bei Microsoft 365 rückt näher
Ab 1. Juli 2026 gelten neue Listenpreise für ausgewählte kommerzielle Microsoft-365-Pakete. Microsoft 365 E3 steigt von 36 auf 39 US-Dollar pro Nutzer und Monat. Microsoft 365 E5 klettert von 57 auf 60 US-Dollar. Standalone-Teams und Copilot-SKUs sind von dieser Anpassung nicht betroffen. Bestandskunden zahlen die alten Preise bis zur nächsten Vertragsverlängerung.
Für Anleger geht es weniger um kurzfristige Umsatzeffekte als um die Frage nach der Preissetzungsmacht im Unternehmensgeschäft. Das Segment Productivity and Business Processes erzielte im Märzquartal 35,0 Milliarden US-Dollar Umsatz — ein Plus von 17 Prozent. Microsoft 365 Commercial Cloud wuchs um 19 Prozent.
Starke Cloud-Zahlen, schwacher Chart
Die Fundamentaldaten liefern Microsoft eine solide Ausgangsposition. Im Quartal bis Ende März 2026 stieg der Gesamtumsatz um 18 Prozent auf 82,9 Milliarden US-Dollar. Das Betriebsergebnis legte um 20 Prozent zu. Der verwässerte Gewinn je Aktie erreichte 4,27 US-Dollar — ein Anstieg von 23 Prozent.
Azure und andere Cloud-Dienste wuchsen um 40 Prozent. Der kommerzielle Auftragsbestand stieg um 99 Prozent auf 627 Milliarden US-Dollar. Das ist ein konkreter Rückstau, der künftiges Umsatzpotenzial signalisiert.
Der Chart erzählt eine andere Geschichte. Mit 332,00 € liegt die Aktie rund 14 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 386,71 €. Seit Jahresbeginn hat sie knapp 18 Prozent verloren. Das 52-Wochen-Tief bei 309,35 € ist nur gut 7 Prozent entfernt. Der RSI von 37,8 zeigt, dass die Aktie technisch unter Druck bleibt — ohne klares Erholungssignal.
Der nächste Widerstand liegt beim 50-Tage-Durchschnitt bei 354,33 €. Ob die Makrodaten am Donnerstag genug Rückenwind liefern, um dieses Niveau anzusteuern, entscheidet sich spätestens nach dem PCE-Report.
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