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Microsoft Aktie: 196 Milliarden in Irland

Ein EU-Bericht zeigt Microsofts gezielte Gewinnverlagerung in Steueroasen. Der Konzern verweist auf gesetzestreues Handeln, während Kritiker schärfere Regeln fordern.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • EU-Report offenbart Steuerstrategie
  • 40% der Gewinne in Irland versteuert
  • Kursverlust von 15% im Jahresverlauf
  • Operatives Geschäft weiterhin stark

Microsoft steht nach einem brutalen Abverkauf ohnehin unter scharfer Beobachtung. Nun legt ein offizieller EU-Bericht die Steuerpraktiken des Software-Riesen offen. Das Unternehmen versteuert hohe Gewinne gezielt in Niedrigsteuerländern. Das sorgt für frische Kritik in einer charttechnisch heiklen Phase.

Die veröffentlichten Zahlen zeigen deutliche Kontraste. Microsoft erwirtschaftete knapp 40 Prozent seines weltweiten Einkommens im steuerfreundlichen Irland. Das entspricht rund 196 Milliarden US-Dollar. Im größten europäischen Markt Deutschland versteuerte der Konzern nur 0,5 Prozent seiner Gewinne.

In Luxemburg liegt der effektive Steuersatz auf Microsoft-Gewinne bei 3,3 Prozent. Dieser Wert unterschreitet die globale OECD-Mindeststeuer von 15 Prozent massiv. Das Management reagierte prompt mit einem Blogbeitrag. Der Konzern halte alle nationalen Gesetze strikt ein. Zusätzlich zahle das Unternehmen weltweit Lohnsteuern und Mehrwertsteuern.

Steuertransparenz-Gruppen kritisieren diese Praxis scharf. Sie werfen der US-Politik vor, Gewinnverschiebungen weiterhin zu tolerieren. Aktionäre hatten zuvor bereits entsprechende Transparenzberichte gefordert. Diese Anträge erhielten in der Vergangenheit über 20 Prozent Zustimmung.

Historischer Kurseinbruch

Die Steuerdebatte trifft den Konzern zur Unzeit. Im Juni erlebte Microsoft den schlimmsten Börsenmonat seit dem Jahr 2000. Der Ausverkauf vernichtete über 570 Milliarden US-Dollar an Marktwert. Auslöser waren explodierende Investitionsausgaben. Die Kapitalausgaben stiegen im Jahresvergleich um 63 Prozent.

Parallel dazu fiel der freie Cashflow um zehn Prozent. Analysten reagierten besorgt. Brad Reback von der Investmentbank Stifel senkte sein Kursziel von 415 auf 400 US-Dollar. Er begründete den Schritt mit sinkenden Bruttomargen in der Cloud-Sparte Azure.

Starkes operatives Geschäft

Operativ läuft das Geschäft absolut rund. Der Umsatz wuchs zuletzt acht Quartale in Folge zweistellig. Auch die Investoren profitierten direkt. Im zweiten Quartal 2026 schüttete der Konzern 12,7 Milliarden US-Dollar über Dividenden und Aktienrückkäufe aus.

Derzeit sucht die Aktie nach einem Boden. Am Freitag schloss das Papier bei 342,00 Euro. Auf Jahressicht verbucht der Titel damit ein Minus von gut 15 Prozent. Der Kurs notiert aktuell deutlich unter seinem Rekordhoch aus dem vergangenen Oktober.

Der wichtige 200-Tage-Durchschnitt verläuft bei 381,48 Euro. Diese Marke bildet aktuell den zentralen Widerstand. Gelingt ein Ausbruch über dieses Level, winkt eine charttechnische Aufhellung. Fällt der Kurs stattdessen unter das Junitief von 307,10 Euro, droht ein weiterer Abverkauf.

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