Microsoft hat sein neuestes Text-zu-Bild-Modell MAI-Image-2.5 vorgestellt — und damit sofort den dritten Platz im globalen Arena-Leaderboard belegt. Mustafa Suleyman, Chef von Microsoft AI, bezeichnete das Modell als „Qualitätssprung“: schärfere Textwiedergabe, kohärentere Layouts, verbesserte stilisierte Illustrationen. Innerhalb der nächsten zwei Wochen soll MAI-Image-2.5 auf den Plattformen MAI Playground und Microsoft Foundry ausgerollt werden, primär für Unternehmenskunden mit Bedarf an hochauflösenden kommerziellen Visuals.
Infrastruktur im Maßstab der Superlative
Hinter dem Produktlaunch steckt ein massiver Ausbau physischer Kapazitäten. Morgan-Stanley-Analyst Keith Weiss projiziert, dass Microsofts Rechenzentrumskapazität von rund 5 Gigawatt im Geschäftsjahr 2024 auf 20 Gigawatt bis 2028 wächst. Der Kapitalbedarf dafür ist enorm: Für das Kalenderjahr 2026 steuert Microsoft auf Investitionsausgaben von rund 190 Milliarden Dollar zu — allein im zweiten Halbjahr entfallen davon etwa 118 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Im gesamten Geschäftsjahr 2025 lagen die Capex bei 64,5 Milliarden Dollar.
Das KI-Geschäft hat inzwischen eine annualisierte Umsatzrate von 37 Milliarden Dollar erreicht. Parallel dazu wurde die Vereinbarung mit OpenAI neu strukturiert: Umsatzbeteiligungszahlungen entfallen, dafür sind IP-Rechte bis 2032 gesichert — Wedbush wertet das als positiven Katalysator für den künftigen Cashflow.
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Bewertung weit unter dem historischen Schnitt
Operativ läuft das Geschäft. An der Börse kommt das bislang kaum an. Die Microsoft-Aktie notiert bei 354,90 Euro und hat seit Jahresbeginn rund zwölf Prozent verloren — vom 52-Wochen-Hoch bei 467,45 Euro ist sie mehr als 24 Prozent entfernt.
Analysten sprechen von einem ungewöhnlichen Auseinanderklaffen zwischen Fundamentaldaten und Bewertung. Das Forward-KGV liegt zwischen dem 21- und 25-Fachen — deutlich unter dem Fünf-Jahres-Median von 34x. Morgan Stanley hält an seinem Übergewichten-Rating mit einem Kursziel von 650 Dollar fest. HSBC-Analyst Stephen Bersey sieht das Kursziel bei 571 Dollar und verweist auf eine potenzielle jährliche Umsatzchance von 43 Milliarden Dollar aus der Anthropic-Partnerschaft bis 2030. Zacks erwartet für das laufende Geschäftsjahr ein Gewinnwachstum von 27,1 Prozent auf 17,33 Dollar je Aktie.
Der Hauptkritikpunkt der Skeptiker: Die hohen Investitionsausgaben belasten kurzfristig die Margen. Ob das Wachstum der KI-Infrastruktur schnell genug in Gewinne münzt, entscheidet sich spätestens mit den nächsten Quartalszahlen — und daran wird der Markt die Bewertungslücke messen.
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