Starke KI-Kennzahlen, ein Pentagon-Vertrag und eine neu verhandelte OpenAI-Partnerschaft — Microsoft hat innerhalb weniger Tage gleich drei gewichtige Nachrichten geliefert. Trotzdem reagierte die Aktie mit einem Kursrückgang von fünf Prozent auf 404 Dollar. Der Grund: Die Investitionskosten wachsen schneller als erwartet.
Pentagon-Vertrag und Copilot-Wachstum
Das US-Verteidigungsministerium hat Microsoft gemeinsam mit sechs weiteren Technologieunternehmen — darunter Google, Amazon Web Services, Nvidia und OpenAI — für den Einsatz von KI-Modellen in hochsicheren Militärnetzwerken ausgewählt. Die Vereinbarungen sollen KI-Tools in sogenannten „Impact Level 6 und 7″-Umgebungen integrieren, den sensibelsten Klassifizierungsstufen des Pentagons. Hintergrund ist ein Streit mit Anthropic, das dem Militär keine uneingeschränkte Nutzung seiner Modelle zugestehen wollte — und damit aus dem Rennen fiel.
Parallel dazu lieferte Microsoft mit den Quartalszahlen für das dritte Geschäftsquartal 2026 einen klaren Beleg für die Monetarisierung seiner KI-Strategie. Microsoft 365 Copilot verzeichnete einen Anstieg der bezahlten Nutzerlizenzen um 250 Prozent gegenüber dem Vorjahr und überschritt die Marke von 20 Millionen Seats. CEO Satya Nadella sprach auf dem Earnings Call davon, dass das wöchentliche Engagement mittlerweile auf dem Niveau von Outlook liege. Das KI-Geschäft insgesamt kommt auf einen annualisierten Umsatz von 37 Milliarden Dollar — ein Plus von 123 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
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OpenAI-Partnerschaft neu geordnet
Die Neuverhandlung mit OpenAI verändert das Verhältnis zwischen beiden Unternehmen strukturell. OpenAI darf künftig Kunden über beliebige Cloud-Anbieter bedienen, zahlt Microsoft aber weiterhin bis 2030 eine Umsatzbeteiligung — allerdings gedeckelt. Im Gegenzug entfällt für Microsoft die Pflicht, eine Umsatzbeteiligung auf weiterverkaufte OpenAI-Produkte zu zahlen. Besonders relevant: Eine Klausel, die OpenAI von Zahlungen befreit hätte, sobald das Unternehmen „Artificial General Intelligence“ erklärt, ist gestrichen. Microsoft bleibt primärer Cloud-Partner, und OpenAI-Produkte erscheinen weiterhin zuerst auf Azure.
Margenrisiko bleibt das zentrale Problem
Was Anleger nervös macht, ist die Kostenseite. Die Bruttomarge fiel auf 67,6 Prozent — den niedrigsten Wert seit 2022 — während die Abschreibungen auf Rechenzentrumsinfrastruktur weiter steigen. Für das vierte Quartal erwartet das Management eine operative Marge von rund 44 Prozent, nach 46,3 Prozent im Vorquartal und unterhalb der Konsensschätzung von 44,6 Prozent.
Die Analystenmeinungen spiegeln die Unsicherheit wider. Barclays senkte das Kursziel von 600 auf 545 Dollar, behielt aber die Einstufung „Overweight“. Wells Fargo erhöhte sein Kursziel von 615 auf 625 Dollar, ebenfalls mit „Overweight“. Beide Häuser warten auf dasselbe Signal: ob das Azure-Wachstum — für das laufende Quartal mit 39 bis 40 Prozent prognostiziert — stabil bleibt und ob das Investitionstempo nachlässt. Für das vierte Quartal liegt die Azure-Prognose mit 39 bis 40 Prozent deutlich über dem Konsens von 37 Prozent — ein Argument für die Bullen, solange die Infrastrukturkosten nicht weiter eskalieren.
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