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Micron Technology: Mehrotra verkauft 40.000 Aktien

Trotz Insider-Verkäufen: Micron glänzt mit Rekordzahlen und milliardenschweren Take-or-Pay-Verträgen. Analysten sehen einen KI-Memory-Superzyklus.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Rekordumsatz von 41,46 Mrd. Dollar
  • 22 Mrd. Dollar Anzahlungen von Kunden
  • 250 Mrd. Dollar Investition in US-Fertigung
  • Analysten starten mit Outperform und 1.300 Dollar

Sanjay Mehrotra verkauft wieder Aktien. Am 21. August trennte sich der Micron-Chef von 40.000 Papieren zu Preisen zwischen 958,53 und 989,59 Dollar, nach einem Rule-10b5-1-Plan aus dem Januar.

Wer solche Insider-Verkäufe automatisch als Warnsignal liest, greift bei Micron zu kurz. Für mich zählt hier die operative Substanz mehr als der Verkaufskalender eines CEOs, der ohnehin über 600.000 Aktien indirekt über GRATs hält.

Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache

Micron hat im dritten Fiskalquartal 2026 einen Umsatz von 41,46 Milliarden Dollar erwirtschaftet – ein Plus von 346 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der GAAP-Nettogewinn lag bei 28,24 Milliarden Dollar, die Bruttomarge bei 84,6 Prozent.

Für das vierte Quartal stellt das Unternehmen rund 50 Milliarden Dollar Umsatz und einen Gewinn je Aktie von 31 Dollar in Aussicht. Das sind Größenordnungen, die man in der zyklischen Speicherbranche selten sieht.

Besonders bemerkenswert finde ich die Kundenbindung: 16 Kunden haben Anzahlungen von insgesamt 22 Milliarden Dollar im Rahmen von Take-or-Pay-Verträgen geleistet, 14 Verträge garantieren mindestens 100 Milliarden Dollar Umsatz. Das ist keine gewöhnliche Auftragslage, sondern eine strukturelle Absicherung, wie sie Halbleiterhersteller bislang kaum kannten.

Mehrotra selbst bringt es auf den Punkt: Ohne Speicher keine KI. Datacenter-Kunden wollen ihm zufolge 50 Prozent mehr liefern lassen, als er aktuell bereitstellen kann.

Das Kapital fließt zurück in die Zukunft

Micron investiert 250 Milliarden Dollar in die US-Fertigung und zusätzlich 10 Milliarden Dollar über ein Jahrzehnt in die neuen Micron Research Labs in Boise, Idaho. Baubeginn ist 2027, der Fokus liegt auf Speicherarchitekturen, Packaging und Fertigungstechnologien.

Diese Investitionsbereitschaft passt zu dem, was Analysten wie BMO Capital Markets sehen: Das Haus startete die Coverage jüngst mit „Outperform“ und einem Kursziel von 1.300 Dollar, mit Verweis auf einen „AI-Memory-Superzyklus“. Der Analystenkonsens liegt bei rund 1.525 Dollar, wobei einzelne Häuser wie Citigroup mit 1.150 Dollar vorsichtiger bleiben.

Dass der Optimismus nicht grenzenlos ist, zeigt die Reaktion auf Aussagen von CNBC-Kommentator Jim Cramer, der vor steigenden iPhone-Preisen warnte, sollte Apple auf chinesische Speicherchips wegen US-Knappheit ausweichen müssen. Die Micron-Aktie gab daraufhin um 5,83 Prozent nach, ähnlich wie SanDisk und Western Digital.

Auch eine chinesische Memory-IPO, über die Barron’s berichtete, erhöht den Druck auf Micron, seine nächste Hardware-Generation schneller auf den Markt zu bringen. Diese Risiken sind real, relativieren aber nicht die grundsätzliche Nachfragedynamik.

Wie ordne ich die Kursbewegung ein?

Im deutschen Handel schloss die Aktie gestern bei 798,90 Euro, ein Plus von 2,3 Prozent zum Vortag. Seit Jahresbeginn steht ein Zuwachs von 217 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sogar 698 Prozent. Zugleich notiert das Papier rund 28 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 1.103,80 Euro, das im Juni erreicht wurde.

Diese Distanz zum Hoch bei gleichzeitig hoher annualisierter Volatilität von 92 Prozent zeigt: Der Markt hat die fundamentale Story längst eingepreist, tut sich aber schwer, das Bewertungsniveau zu halten.

Für mich überwiegen dennoch die Argumente auf der positiven Seite. Ein Forward-KGV von rund 6, wie es 247wallst berichtet, wirkt angesichts der Wachstumsraten und der garantierten Milliardenumsätze aus den Take-or-Pay-Verträgen geradezu moderat.

Goldman Sachs rechnet mit einer DRAM-Angebotslücke von 5,9 Prozent im Jahr 2027, TrendForce sieht die HBM-Nachfrage als zusätzlichen Treiber bis mindestens Ende 2027. Micron selbst geht davon aus, dass das Angebot bis 2028 nicht mit der KI-Nachfrage Schritt halten wird.

Unterm Strich sehe ich in den Insider-Verkäufen kein Warnsignal, sondern reguläre Portfoliobewegungen vor dem Hintergrund einer Aktie, die sich binnen zwölf Monaten versiebenfacht hat. Die eigentliche Frage ist nicht, ob Mehrotra verkauft, sondern ob die strukturelle Nachfrage nach Speicher für KI-Infrastruktur trägt.

Nach den vorliegenden Auftragsbüchern, Margen und Investitionsplänen spricht für mich mehr dafür als dagegen – auch wenn kurzfristige Rückschläge wie zuletzt durch Apple-Spekulationen jederzeit möglich bleiben.

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Diskussion zu Micron Technology

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.