Micron profitiert am Dienstag von einem Beitrag Elon Musks, der Robotern den größten Speicherhunger der Welt zuschreibt. Parallel dazu kündigt der Chipkonzern in seiner Heimat Idaho Investitionen von mehr als 67 Millionen Dollar an. Beides zeigt, wie breit der Speicherspezialist derzeit aufgestellt ist.
Musk heizt die Robotik-These an
Die Aktie legte zeitweise 1,51 Prozent auf 917,32 Dollar zu. Auslöser war ein Beitrag, den Musk am Montag auf X veröffentlichte: Der Arbeitsspeicherbedarf von Robotern werde alles andere auf der Erde übertreffen. Der Sektor zog breit mit. AMD, Intel, Marvell und Broadcom gewannen zeitweise zwischen 3 und 4,5 Prozent.
Die Aussage dürfte Musks eigenem Geschäft nützen, schließlich investiert Tesla stark in Roboter. Micron selbst rechnet allerdings ebenfalls damit, dass „Physical AI“, also etwa Robotaxis und humanoide Roboter, bis Ende des Jahrzehnts zu einem bedeutenden Nachfragetreiber wird. Das könnte die Knappheit bei Speicherchips verlängern.
Bislang stützt sich die Wachstumsgeschichte vor allem auf Speicher für KI-Server. Eine zweite große Abnehmergruppe würde die Abhängigkeit von den Investitionsplänen der Rechenzentrumsbetreiber mindern.
Beruhigung nach schwacher Vorwoche
In der Vorwoche stand die Aktie noch spürbar unter Druck und markierte ihre Tiefs. Der Börsengangsantrag von Anthropic scheint die Sorgen rund um KI-Investitionen inzwischen gedämpft zu haben.
Der kurzfristige Ausblick hängt allerdings daran, dass die KI-Nachfrage Bestand hat. Ob die Rally hält, ist offen: Nach der spektakulären Kursrallye der vergangenen Monate haben Chip-Titel zuletzt deutlich nachgegeben, selbst gute Quartalszahlen stoppten den Ausverkauf kaum.
Millionen für Idaho
Abseits des Kurses sendet Micron ein Signal an den Standort Boise. Das Unternehmen sagt über 67 Millionen Dollar an neuen Gemeinde-Investitionen zu. Rund 11,6 Millionen Dollar fließen über fünf Jahre in den regionalen Nahverkehr, unter anderem für eine neue Buslinie zwischen Caldwell, Nampa, Meridian und Boise. Weitere 10,5 Millionen Dollar gehen in bezahlbaren Wohnraum.
Der größte Posten entfällt auf Kinder: Über 45 Millionen Dollar sollen als einmalige Einlage von 250 Dollar auf mehr als 181.000 sogenannte Trump Accounts in fünf Countys fließen. Damit setzt Micron eine im Juni angekündigte Zusage von 250 Millionen Dollar um. Seit 2023 hat der Konzern nach eigenen Angaben bereits rund 75 Millionen Dollar in der Region investiert.
Die Ausgaben sind im Verhältnis zur Konzerngröße überschaubar. Sie dienen aber der Akzeptanz des Ausbaus vor Ort, den Micron weiter vorantreibt. Erste Busse und Services sollen Anfang 2027 auf die Straße kommen.
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