Am Freitag verzeichnete die Micron-Technology-Aktie ein Minus von 2,3 Prozent auf einen Schlusskurs von 954,40 Euro. Medienberichten zufolge belasteten wachsende Bedenken der Marktteilnehmer den Kurs, dass die Gewinndynamik im Speichermarkt abflauen könnte, sobald das weltweite Angebot aufholt. Micron selbst geht hingegen davon aus, dass die Angebotslage weiterhin angespannt bleibt.
Die Skepsis der Investoren zeigte sich unmittelbar nach Vorlage der jüngsten Geschäftszahlen. Während der US-Konzern von einer unverändert hohen Nachfrage ausgeht, befürchten Teile des Marktes ein baldiges Ende des aktuellen Zyklus. Zugleich nutzten Marktteilnehmer die Rekordnachrichten für Gewinnmitnahmen, da der Titel in den vergangenen Monaten bereits eine beachtliche Rally vollzogen hatte.
Rekordergebnisse und optimistischer Ausblick
Für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 wies das Unternehmen einen Umsatz von 54,23 Milliarden Dollar aus. Das bereinigte Ergebnis je Aktie erreichte 33,42 Dollar, während sich der Jahresumsatz auf 133,19 Milliarden Dollar belief.
Diese operativen Kennziffern spiegeln den enormen Bedarf an fortschrittlichen Speicherchips wider. Die deutliche Diskrepanz zwischen den starken Zahlen und der verhaltenen Börsenreaktion verdeutlicht jedoch, wie vorsichtig Anleger auf potenzielle Wendepunkte im Speicherzyklus blicken.
Zugleich fiel der Ausblick auf das anlaufende Geschäftsjahr positiv aus. Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 peilt Micron einen Umsatz von 61,5 Milliarden Dollar an, mit einer Schwankungsbreite von 1,5 Milliarden Dollar in beide Richtungen. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll bei 38,15 Dollar liegen.
Analysten heben ihre Kursziele an
Trotz der kurzfristigen Zurückhaltung der Anleger zeigten sich Marktexperten nach den Zahlen optimistisch für den weiteren Verlauf. Mehrere Analysehäuser hoben ihre Erwartungen für das Halbleiterunternehmen an.
Am Freitag erhöhte Analyst Gil Luria von DA Davidson das Kursziel auf 2.100 Dollar und bekräftigte seine Kaufempfehlung. Am Donnerstag hatte bereits Mizuho-Analyst Vijay Rakesh das Kursziel auf 1.400 Dollar heraufgesetzt und die Einstufung auf „Outperform“ belassen. Auch weitere Marktbeobachter hoben ihre Zielmarken an.
Die Experten verweisen vor allem auf die anhaltend hohe Nachfrage nach Speicherprodukten und trauen dem Konzern auch in den kommenden Quartalen kräftige Zuwächse zu. Die Zurückhaltung der Investoren werten sie daher eher als temporäre Atempause denn als Trendwende.
Längerfristiger Aufwärtstrend bleibt intakt
Trotz des jüngsten Rücksetzers fällt die Bilanz der vergangenen Monate beeindruckend aus. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Kursplus von 279 Prozent.
Ob der Titel seinen langfristigen Höhenflug fortsetzen kann, wird wesentlich von der Angebotsentwicklung bestimmt. Sollte die Verknappung bei Speicherchips anhalten, könnten die Befürchtungen einer raschen Marktsättigung bald wieder in den Hintergrund treten.
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