Der Halbleitersektor erlebt gerade eine historische Rallye — und Micron steht mittendrin. Der SOX-Index kletterte in einem 14-tägigen Lauf um rund 34 Prozent, eine Dynamik, die es zuletzt 2002 gab. Micron selbst hat seit seinem 52-Wochen-Tief mehr als 500 Prozent zugelegt und notiert aktuell bei 385 Euro.
Zahlen, die für sich sprechen
Im zweiten Fiskalquartal 2026 erzielte Micron einen Umsatz von 23,86 Milliarden Dollar — nach 8,05 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Die Non-GAAP-Bruttomarge erreichte 74,9 Prozent, der Gewinn je Aktie lag bei 12,20 Dollar.
Der Ausblick übertrifft das noch. Für das dritte Fiskalquartal erwartet das Unternehmen rund 33,5 Milliarden Dollar Umsatz, eine Bruttomarge von etwa 81 Prozent und einen Gewinn je Aktie von 19,15 Dollar. Solche Wachstumssprünge sind in der Halbleiterbranche selten — und sie erklären, warum die Aktie so stark gelaufen ist.
HBM4 ausverkauft, Nvidia als Anker
Micron bietet Investoren etwas, das Speicheraktien kaum je liefern: konkrete Planungssicherheit. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben Preis- und Mengenvereinbarungen für seine gesamte HBM-Produktion des Kalenderjahres 2026 abgeschlossen — einschließlich HBM4. Das adressierbare Marktvolumen für HBM soll von rund 35 Milliarden Dollar im Jahr 2025 auf etwa 100 Milliarden Dollar im Jahr 2028 wachsen.
Hinzu kommt ein strategisch wichtiger Produktionsstart: Micron fertigt HBM4 bereits in hohen Stückzahlen für Nvidias Vera-Rubin-Plattform. Das bindet das Unternehmen direkt an die nächste Ausbaustufe der KI-Infrastruktur.
Branchenweite Signale bestätigen den Trend. TSMC erhöhte seinen Jahresumsatzausblick und plant Investitionen am oberen Ende der angekündigten Spanne. ASML hob seinen Ausblick für 2026 ebenfalls an. Marktforscher Gartner erwartet, dass der globale Halbleiterumsatz 2026 auf 1,32 Billionen Dollar springt — mit einem Speicherumsatz von 633 Milliarden Dollar, fast dreimal so viel wie im Vorjahr.
Das zyklische Risiko bleibt
Micron ist und bleibt ein Speicherunternehmen. Und Speicherzyklen haben eine unangenehme Eigenschaft: Sie sehen strukturell aus, bis die Angebotsseite aufholt und die Preise drehen. Gartner warnt bereits vor „Memflation“ — stark steigende Speicherpreise könnten Nachfrage außerhalb des KI-Bereichs bis 2028 verzögern.
Micron erhöhte seinen Investitionsplan für das Fiskaljahr 2026 um 5 Milliarden Dollar auf mehr als 25 Milliarden Dollar, der Großteil fließt in den Kapazitätsausbau. Das ist die klassische Frage des Speicherzyklus: Wenn alle gleichzeitig ausbauen, wie lange halten die Preise? Ferner könnte eine neue Technologie von Google, die den Speicherbedarf von KI-Modellen reduzieren soll, langfristig die Nachfrage nach HBM belasten — sofern sie sich in der Breite durchsetzt.
Der RSI liegt aktuell bei knapp 40, was trotz des starken Jahresanstiegs auf keine überhitzte Markttechnik hindeutet. Ob die Bewertung die Wachstumserwartungen bereits vollständig einpreist, werden die Q3-Zahlen im Sommer zeigen — Micron hat die Messlatte selbst sehr hoch gelegt.
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