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Micron: HBM4 vollständig gebucht bis 2026

Micron meldet historische Umsatz- und Margensprünge, hat seine HBM4-Produktion für 2026 bereits komplett verkauft und erhöht die Investitionen. Die Speicherbranche boomt, doch zyklische Risiken bleiben bestehen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Umsatz und Gewinn je Aktie vervielfachen sich
  • HBM4-Produktion für 2026 komplett ausverkauft
  • Investitionsplan um 5 Milliarden Dollar erhöht
  • Branchenweiter Boom bei Halbleitern und Speichern

Der Halbleitersektor erlebt gerade eine historische Rallye — und Micron steht mittendrin. Der SOX-Index kletterte in einem 14-tägigen Lauf um rund 34 Prozent, eine Dynamik, die es zuletzt 2002 gab. Micron selbst hat seit seinem 52-Wochen-Tief mehr als 500 Prozent zugelegt und notiert aktuell bei 385 Euro.

Zahlen, die für sich sprechen

Im zweiten Fiskalquartal 2026 erzielte Micron einen Umsatz von 23,86 Milliarden Dollar — nach 8,05 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Die Non-GAAP-Bruttomarge erreichte 74,9 Prozent, der Gewinn je Aktie lag bei 12,20 Dollar.

Der Ausblick übertrifft das noch. Für das dritte Fiskalquartal erwartet das Unternehmen rund 33,5 Milliarden Dollar Umsatz, eine Bruttomarge von etwa 81 Prozent und einen Gewinn je Aktie von 19,15 Dollar. Solche Wachstumssprünge sind in der Halbleiterbranche selten — und sie erklären, warum die Aktie so stark gelaufen ist.

HBM4 ausverkauft, Nvidia als Anker

Micron bietet Investoren etwas, das Speicheraktien kaum je liefern: konkrete Planungssicherheit. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben Preis- und Mengenvereinbarungen für seine gesamte HBM-Produktion des Kalenderjahres 2026 abgeschlossen — einschließlich HBM4. Das adressierbare Marktvolumen für HBM soll von rund 35 Milliarden Dollar im Jahr 2025 auf etwa 100 Milliarden Dollar im Jahr 2028 wachsen.

Hinzu kommt ein strategisch wichtiger Produktionsstart: Micron fertigt HBM4 bereits in hohen Stückzahlen für Nvidias Vera-Rubin-Plattform. Das bindet das Unternehmen direkt an die nächste Ausbaustufe der KI-Infrastruktur.

Branchenweite Signale bestätigen den Trend. TSMC erhöhte seinen Jahresumsatzausblick und plant Investitionen am oberen Ende der angekündigten Spanne. ASML hob seinen Ausblick für 2026 ebenfalls an. Marktforscher Gartner erwartet, dass der globale Halbleiterumsatz 2026 auf 1,32 Billionen Dollar springt — mit einem Speicherumsatz von 633 Milliarden Dollar, fast dreimal so viel wie im Vorjahr.

Das zyklische Risiko bleibt

Micron ist und bleibt ein Speicherunternehmen. Und Speicherzyklen haben eine unangenehme Eigenschaft: Sie sehen strukturell aus, bis die Angebotsseite aufholt und die Preise drehen. Gartner warnt bereits vor „Memflation“ — stark steigende Speicherpreise könnten Nachfrage außerhalb des KI-Bereichs bis 2028 verzögern.

Micron erhöhte seinen Investitionsplan für das Fiskaljahr 2026 um 5 Milliarden Dollar auf mehr als 25 Milliarden Dollar, der Großteil fließt in den Kapazitätsausbau. Das ist die klassische Frage des Speicherzyklus: Wenn alle gleichzeitig ausbauen, wie lange halten die Preise? Ferner könnte eine neue Technologie von Google, die den Speicherbedarf von KI-Modellen reduzieren soll, langfristig die Nachfrage nach HBM belasten — sofern sie sich in der Breite durchsetzt.

Der RSI liegt aktuell bei knapp 40, was trotz des starken Jahresanstiegs auf keine überhitzte Markttechnik hindeutet. Ob die Bewertung die Wachstumserwartungen bereits vollständig einpreist, werden die Q3-Zahlen im Sommer zeigen — Micron hat die Messlatte selbst sehr hoch gelegt.

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Diskussion zu Micron

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.