Knapp ein Jahr, fast zehnmal so viel Wert. Micron hat seinen Aktienkurs in den vergangenen zwölf Monaten um mehr als 837 Prozent gesteigert — und notiert aktuell auf einem neuen 52-Wochen-Hoch. Am 24. Juni legt der Speicherchiphersteller seine Zahlen für das dritte Geschäftsquartal 2026 vor. Der Markt erwartet Bestätigung, dass dieser Lauf kein Ausreißer ist.
Vom Rohstofflieferant zum KI-Infrastrukturpartner
Der entscheidende Wandel bei Micron ist struktureller Natur. Das Unternehmen verabschiedet sich schrittweise vom klassischen Spotmarkt-Modell, das die Speicherbranche jahrelang in volatile Boom-Bust-Zyklen gezwungen hat. Stattdessen setzt Micron auf Mehrjahresverträge mit fixen Produktionsvolumina und teilweise festgeschriebenen Preisen.
Jüngst schloss das Unternehmen seinen ersten Fünf-Jahres-Strategievertrag mit einem noch ungenannten Partner ab. UBS wertet das als Zeichen, dass Hyperscaler zunehmend Versorgungssicherheit über Preisflexibilität stellen. Die Folge: ein stabileres Ertragsprofil und potenziell höhere Bewertungsmultiples — vergleichbar mit führenden GPU-Herstellern. Die gesamte HBM-Kapazität für den Rest des Jahres 2026 ist bereits ausgebucht.
Milliarden für amerikanische Fertigung
Parallel zur Vertragsstrategie baut Micron seine Produktion in den USA massiv aus. Am 22. Mai 2026 startete das Unternehmen die 1α-DRAM-Fertigung in seinem Werk in Manassas, Virginia. Die Investition von mehr als zwei Milliarden Dollar soll die Wafer-Kapazität des Standorts vervierfachen.
Das Werk in Virginia liefert Chips für Automobil-, Verteidigungs- und Industriekunden — also Segmente abseits des KI-Rechenzentrumgeschäfts. Qualifizierte Serienproduktion soll bis Ende 2026 anlaufen. Das Manassas-Projekt ist Teil eines umfassenderen 200-Milliarden-Dollar-Investitionsplans in den USA, der auch Standorte in Idaho und New York umfasst.
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Was der Markt am 24. Juni sehen will
Die Erwartungen sind hoch. Analysten rechnen für das Gesamtjahr mit einem Umsatz von rund 110 Milliarden Dollar — ein Plus von fast 194 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn je Aktie soll 2026 bei knapp 59 Dollar liegen, für 2027 kursieren Schätzungen von über 100 Dollar.
UBS hat sein Kursziel zuletzt auf 1.625 Dollar angehoben. Basis dafür ist die These, dass Speicher im KI-Zeitalter zum strategischen Asset geworden ist. Im vergangenen Quartal hatte die Cloud Memory Business Unit ihren Umsatz auf 5,28 Milliarden Dollar nahezu verdoppelt — bei einer Bruttomarge von 66 Prozent.
Am 24. Juni entscheidet sich, ob Micron dieses Tempo halten kann. Wachsen die Bruttomargen weiter, und bleibt die HBM-Nachfrage stabil, dürfte die Bewertung auf dem aktuellen Niveau kaum angreifbar sein.
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